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Saison 22/23 : SC Freiburg Frauen intern
1:1-Unentschieden in Duisburg

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14.05.2023

In einem Spiel, das gegen Schluss nochmal Fahrt aufnahm, teilten sich die SC-Frauen und der MSV Duisburg leistungsgerecht die Punkte. Beim 1:1 (0:0) auswärts war Riola Xhemaili erfolgreich für die Freiburgerinnen.

Beim MSV Duisburg trat die Elf von Theresa Merk gegen eine Auswahl an, für die es drei Spiele vor Schluss durchaus noch um viel ging. Gerade mal zwei Punkte trennten die Duisburgerinnen vom ersten Abstiegsrang – die Verfolger Meppen und Köln sogar am selben Tag im Direktduell. Bereits in der dritten Minute erspielten sich die Gäste aus Freiburg ihre erste ganz dicke Gelegenheit: Ein steiles, präzises Anspiel von Kapitänin Hasret Kayikci findet Giovanna Hoffmann mutterseelenallein vor MSV-Torfrau Ena Mahmutovic. Ebendieser gelang es dann jedoch leider, das Duell mit Hoffmann vor dem Kasten für sich zu entscheiden. Trotz dieses ersten Ausrufezeichens flachte die Partie in der Folge etwas ab, beide Teams zeigten sich bedacht in ihrer Herangehensweise.

Der MSV zeigte sich bemüht, das Spiel zu machen und kam auch zu einigen Abschlüssen in regelmäßigen Abständen. Jedoch verfehlten die Schussversuche stets das Gehäuse von Lena Nuding, sodass sich im Großen und Ganzen wenig Torgefahr auftat. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde Nuding dann ein Ballverlust im eigenen Strafraum, bei dem sie am Knie getroffen wurde, zum Verhängnis. Verletzt musste die Freiburger Nummer 1 noch vor der Pause durch Ersatztorhüterin Gabrielle Lambert ersetzt werden. In der Nachspielzeit nahm dann Janina Minge nochmal nach einem flotten Angriff aus knapp 20 Metern maß. Ihr flacher Schuss rollte aber am rechten Pfosten vorbei. Ein weiterer Abschluss – diesmal aus deutlich kürzerer Distanz nach einer guten Flanke – setzte den Schlusspunkt dieses ansonsten eher ereignisarmen ersten Durchgangs in Nordrhein-Westfalen.

Mehr Action in den zweiten 45 Minuten

Wie zu Beginn der Partie setzte der Sport-Club auch am Anfang der zweiten Hälfte das erste große Ausrufezeichen. Ein schön herausgespielter Angriff erlaubte Lisa Karl auf dem rechten Flügel frei zu Flanken. Das Leder findet in der Gefahrenzone den Kopf der freistehenden Judith Steinert, die kraftvoll das Spielgerät aufs Tor lenkte – die goldrichtig postierte Torhüterin Mahmutovic stand aber einmal mehr einen Freiburger Torerfolg im Weg. Weiterhin bleib es schwierig für Theresa Merks Team, hier endlich einen Durchbruch zu schaffen. Disziplinierte und leidenschaftliche Duisburgerinnen erkämpften sich etwas mehr Spielanteile und verlagerten das Spiel mehr in Richtung SC-Kasten. Der erhoffte Durchbruch für die Breisgauerinnen ergab sich dann dank eines Standards in der 66. Minute.

Gefährlich bringt Marie Müller den Ball per Ecke in die Mitte, wo er von Janina Minges Fuß plötzlich bei der kurz zuvor eingewechselten Riola Xhemaili landete. Aus kurzer Distanz fiel es der Schweizerin dann leicht, die Kugel zur 1:0-Führung und ihrem dritten Saisontreffer über die Linie zu schieben. Lang währte die Freude über die Führung aber leider nicht. Nur rund drei Minuten später kommt es zu einer strittigen Situation, bei der Duisburgs Dörthe Hoppius nach einem sehr leichten Kontakt mit Samantha Steuerwald im Sechzehner zu Boden geht. Schiedsrichterin Irina Stremel steht gut und entscheidet sofort auf Strafstoß. Selbstbewusst und wuchtig nahm Meret Günster diese goldene Gelegenheit an und hämmerte den folgenden Elfmeter ins halbhohe rechte Eck an Gabrielle Lambert vorbei.

Theresa Merk: Elfmeter "super ärgerlich"

Die zwei Treffer nach der Pause gaben der Partie definitiv nochmal einen Energie-Boost. Beide Teams spielten nun mehr nach vorne und suchten den möglichen Siegtreffer. Spät in der Nachspielzeit brachte Marie Müller nochmal einen scharfen Schuss von außerhalb auf das MSV-Tor. Diesen entschärfte Mahmutovic aber erfolgreich, womit das Spiel in der Schauinsland-Reisen-Arena von Duisburg dann auch endete. Alles in allem ist die Punkteteilung doch leistungsgerecht, wobei die Gäste vom SC Freiburg ein paar mehr gefährliche Abschlüsse verzeichnen konnten. Cheftrainerin Theresa Merk erklärte nach dem Spiel: "Wir wussten schon als wir hierhergekommen sind, dass es ein äußerst mühsames Spiel wird. Ich würde sagen, wir haben eigentlich genug Chancen, um das Spiel auf unsere Seite zu drehen, zumindest die klareren Chancen. Der Elfmeter ist natürlich super ärgerlich für uns und deshalb sind wir natürlich enttäuscht, dass wir hier nur einen Punkt mit nach Hause nehmen."

An Christi Himmelfahrt steht dann das ganz große Highlight der Saison an: das Pokalfinale in Köln gegen den VfL Wolfsburg. Angepfiffen wird das Spiel im Rheinenergiestadion am Donnerstag um 16:45 Uhr. Zu sehen wird die Partie sein in der ARD.

Yannick Stay

Foto: SC Freiburg
Stenogramm
MSV Duisburg: Mahmutovic (TW), Flach, Cin (71. Hess), Fürst, Günster, Hoppius, Zielinski ©, Halverkamps (83. Denesik), Freutel, Parcell, Vobian (56. Ilic)
Trainer: Thomas Gerstner
Bank: Prabel (TW), Adigo, Ugochukwu, Leonhart, Heeb, Ebels

SC Freiburg: Nuding (TW; 42. Lambert), Karl, Felde, Fellhauer, Minge (75. Vojtekova), Kayikci (C; 61. Xhemaili), Steinert, Kolb (61. Bouziane), Steuerwald, Müller, Hoffmann (46. Zicai)
Trainerin: Theresa Merk
Bank: Wensing

Tore: 0:1 Xhemaili (66.), 1:1 Günster (70.)
Gelbe Karten: Vojtekova, Felde, Steinert
Gelb-Rote Karten: keine
Rote Karten: keine
Schiedsrichterin: Irina Stremel
Zuschauer: 700

Quelle


Neue Wege eingeschlagen
Der Weg nach Köln: Andernach

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15.05.2023

Vier Spiele, vier Autor/innen: Wir nehmen euch in dieser Woche mit auf den Weg ins Pokalfinale in Köln. Heute: 2. Runde in Andernach.

Das Zweitrundenspiel bei der SG 99 Andernach habe ich noch recht gut in Erinnerung. Es war auch das erste Pflichtspiel nach einem gewissen Umbruch in der Mannschaft und der Verpflichtung von Theresa Merk als neuer Trainerin. Deshalb war es für die ganze Abteilung wichtig, mit einem positiven Erlebnis in die neue Saison zu starten. Man hat in dem Spiel schon gemerkt, dass noch nicht alles ganz rund lief und sich manches noch finden musste. Aber wir traten auch bei einem Zweitligisten an, der – gerade in einem Pokalspiel – versucht hat, alle seine Stärken auf den Platz zu bekommen.

Deshalb ging es eine Weile, bis Svenja Fölmli zwei Minuten vor Schluss die verdiente Führung erzielte. Aber Andernach kam noch einmal zurück, glich in der 97. Minute aus und es gab Verlängerung. Da traf zunächst Hasret Kayikci mit einem Elfmeter, und in der 120. Minute wieder Svenja Fölmli. Trotzdem verkürzte Andernach noch einmal. Da bangt man wieder kurz, aber mit dem Schlusspfiff stand fest, dass es ein für uns zwar ein etwas holpriger, aber dennoch positiver Saisonstart war und wir im Achtelfinale stehen.

Für mich selbst war dieses Spiel auch ein Neuanfang: Ich habe ja im vergangenen Sommer als Sportlicher Leiter der Frauen- und Mädchenfußballabteilung beim Sport-Club begonnen. Nach zuvor sechs Jahren als Verbandssportlehrer und Sportlicher Leiter beim Südbadischen Fußballverband. Kontakt zum Frauen- und Mädchenfußball hatte ich auch früher schon regelmäßig. Beim Sport-Club ist mein Aufgabenfeld diesbezüglich natürlich noch einmal viel umfangreicher. Und auch vielfältiger, weil es die ganze Abteilung betrifft, von den jüngsten Mädchen bis hin zur Bundesligamannschaft.

Eines unserer Ziele, für die ja auch der Gesamtverein steht, ist eine nachhaltige Jugendarbeit. Das heißt zum Beispiel, unseren Talenten aus dem Nachwuchsbereich die Möglichkeit zu geben, in ihrer Entwicklung irgendwann auch beim Bundesligateam anzuklopfen. Klar ist, dass dieser Weg nicht immer steil bergauf führt: Es gibt Höhen und Tiefen, positive und negative Phasen zu überwinden. Keiner Spielerin wird der Sprung von einem Nachwuchsteam in die Bundesliga von heute auf morgen gelingen. Es ist ein Prozess, der Monate und auch Jahre dauern kann. Dass man als SC-Juniorin aber auch DFB-Pokal spielen kann, zeigt die zweite Runde in Andernach ganz wunderbar: Mit Rafaela Borggräfe, Mia Büchele, Lisa Karl, Janina Minge, Marie Müller, Greta Stegemann und Cora Zicai wurden gleich sieben Spielerinnen in unseren Nachwuchsmannschaften ausgebildet und kamen bei jener Pokalrunde zum Einsatz.

Apropos Ausbildung: In dieser Saison spielt auch unsere U20 erstmals in der 2. Frauen-Bundesliga – besonders gut in Erinnerung habe ich auch dort das erste Pflichtspiel. Denn auch dieses haben wir bei der SG Andernach bestritten, gut zwei Wochen vor unserem Pokalspiel. Man merkt bei vielen jungen Spielerinnen, dass diese Liga sie richtig fordert, was für ihre Entwicklung sehr gut ist. Deswegen werden wir versuchen, in unserem Premierenjahr mit der U20 den Klassenerhalt zu schaffen. Und dann idealerweise über einen längeren Zeitraum in der 2. Bundesliga zu spielen. Denn es hat sich gezeigt, dass die Zweite Liga einfach für viele Spielerinnen die Liga ist, in der sie sehr gute Fortschritte machen können, weil sie für junge Spielerinnen höchstes Niveau bietet. Und wer weiß, vielleicht erlebt die eine oder andere von ihnen später auch noch einmal ein DFB-Pokalfinale.

aufgezeichnet von Dirk Rohde

André Malinowski (49) steht in seiner ersten Saison bei den SC-Frauen im Pokalfinale. Als Sportlicher Leiter verantwortet er sowohl die Entwicklung des Bundesliga-Teams als auch die Nachwuchsarbeit der Freiburger U20, U17 und U15.

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Wie der Opa, so die Enkelin
Der Weg nach Köln: Meppen

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16.05.2023

Vier Spiele, vier Autor/innen: Wir nehmen euch in dieser Woche mit auf den Weg ins Pokalfinale in Köln. Heute: Achtelfinale gegen Meppen.

Wie ich bereits dem Finale in Köln entgegenfiebere! Aus ganz verschiedenen Gründen: Zum einen, weil ich dann die SC-Frauen – wie schon 2019 – wieder mal in einem Pokalfinale sehen und unterstützen darf. Zum anderen, weil meine Enkelin Janina [Minge, d. Red.] dort auf dem Platz stehen und hoffentlich auch das eine oder andere Tor schießen wird. Und außerdem freue ich mich, weil wir im Anschluss an das Finale in einen Club gehen, kräftig feiern und ordentlich tanzen werden. Das hat mir Birgit – ich darf die Abteilungsleiterin der Frauen [Birgit Bauer-Schick, d. Red.] seit neuestem duzen – versprochen. Am besten lässt es sich natürlich nach einem Sieg tanzen, mit dem Pokal in der Hand!

Es war ein langer Weg bis ins Finale. Ans Achtelfinale gegen den SV Meppen kann ich mich noch gut erinnern. Die Sonne hat zwar geschienen, aber dennoch war es an jenem Novembermittag schon sehr kalt. Recht bald wurde es uns auf der Tribüne – und den restlichen 1600 Zuschauern – aber warm, was vor allem an dem Wahnsinnsschuss von Janina lag, den sie nach neun Minuten abließ. 1:0 für die SC-Frauen. Von mir aus hätten sie in der Folge ruhig noch eines nachlegen dürfen, ist ja immer so eine Sache, wenn man nur mit einem Tor Vorsprung führt. Das kostet Nerven, kann ich sagen. Aber wir haben es über die Zeit gebracht, sind aufgrund der Vielzahl an Torchancen verdient ins Viertelfinale eingezogen.

Nach dem Spiel kommt Janina immer zu uns hoch auf die Tribüne. Dann herze und drücke ich sie erstmal kräftig, bevor ich meine Kritikpunkte loswerde. Ich sage immer, sie solle nicht so viel laufen, diese Pferdelunge, sondern lieber mal öfter kräftig draufballern. Das macht sie insgesamt viel zu wenig. Gegen Meppen hat man doch gesehen, dass sie das kann.

Wir als Familie sind natürlich ungemein stolz auf Janina. Wie sie sich entwickelt hat in den vergangenen Jahren, ist schon grandios. Sie muss da auch bisschen was vom Opa geerbt haben. Also zumindest die Offensivfreude. Ich habe ja auch mal gekickt: im offensiven Mittelfeld. Mit 16 Jahren durfte ich bereits bei den 1. Herren mitspielen, bei der TSG Hergensweiler, in der Nähe von Lindau am Bodensee. Gut, 1. Bundesliga – wie Janina heute – war’s damals nicht, aber immerhin Kreisliga.

Wir fahren vom Bodensee zu jedem Heimspiel ins Dreisamstadion. Mittlerweile fahre ich mit meinen 84 Jahren lieber nicht mehr selbst, häufig fährt meine Schwiegertochter, Janinas Mutter. Oft kommen auch die andere Oma und der andere Opa von Janina mit – sie hat also zur Unterstützung immer einen stimmkräftigen Fanclub dabei. Meine Brüller, die ich im Spiel hin und wieder mal loslasse, hört sie jedenfalls stets auf dem Platz, wie sie mir mal erzählt hat. Vor allem wenn sie gefoult wird, kann ich mich nicht zurückhalten. Dann zucke ich auf der Tribüne echt zusammen und bin erst wieder froh, wenn sie aufsteht und weitergehen kann. Ich sage ihr immer: Geh selber ruhig mal bisschen härter rein, so wie dein Opa früher.

Völlig emotional war ich, als Janina zum ersten Mal im Trikot der deutschen Nationalmannschaft auflief. Im Februar war’s, in Duisburg. Als sie in der 82. Minute gegen Schweden eingewechselt wurde, liefen mir die Tränen runter, so gerührt und so stolz war ich auf meine Janina.

Wer weiß, vielleicht schießt Janina nun im Endspiel gegen Wolfsburg das entscheidende Tor zum Titelgewinn. Dann könnte ich meine Emotionen sicherlich nicht zurückhalten. Dann würde die Tanzfläche im Club später brennen, das kann ich Ihnen sagen. Dann würden wir feiern bis in die Morgenstunden. Ach, Träumen darf ja wohl erlaubt sein. Und wenns am Ende dann doch nicht so kommen sollte, wie ich es mir gerade vorstelle, werde ich auf Janina und ihre Mitspielerinnen dennoch stolz sein: Weil sie Woche für Woche Großartiges leisten – und uns stets glücklich machen.

aufgezeichnet von Christian Engel

Theo Minge (84) ist bei jedem Heimspiel auf der Haupttribüne des Freiburger Dreisamstadions anzutreffen und wird auch nach 2019 seine Enkelin Janina wieder im Pokalfinale lautstark anfeuern.

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„Wir wollen den Pokal gewinnen“

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16.05.2023

Auf die SC-Frauen wartet an diesem Donnerstag ein echtes Highlight: An Christi Himmelfahrt tritt der Sport-Club im DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg an (live in der ARD und bei Sky sowie in unserem Ticker und im SC-Fanradio).

Es ist das Spiel, auf das jeder Fußballer und jede Fußballerin hin fiebert: Ein Endspiel um einen Titel. Im Fall der Bundesliga-Frauen des Sport-Club geht es am Donnerstagnachmittag um nichts Geringeres als den DFB-Pokalsieg. „Als wir uns im Winter über die Ziele und Träume der Mannschaft unterhalten haben, war das Pokalfinale ein großes Thema“, verrät SC-Cheftrainerin Theresa Merk. „Gerade vonseiten der Spielerinnen, die 2019 schon dabei waren und gesagt haben: Da wollen wir unbedingt wieder hin.“ Und nun steht der Sport-Club wie schon vor vier Jahren erneut in Köln.

Andernach, Meppen, Jena und Leipzig: So lauten die Gegner, die der Sport-Club auf dem Weg ins Finale bezwang. Auf dem Papier schienen jene Teams zwar nicht zu den Topmannschaften des Wettbewerbs zu gehören, doch einfach war der Finaleinzug für die SC-Frauen keinesfalls: „Gleich in der zweiten Runde gegen Andernach haben wir uns schwergetan. Es war das erste Spiel, das wir gemeinsam als Trainerteam mit den Spielerinnen hatten“, blickt Merk auf die Pokalreise zurück. „Danach hatten wir souveräne Spiele gegen Meppen und Jena. Das Halbfinale gegen Leipzig, die vorher schon zwei Bundesliga-Mannschaften ausgeschaltet haben, war ein Highlight für uns alle.“

Und nun also Köln: Pokalfinale. Und das vor einer Rekordkulisse: Mehr als 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer werden am Donnerstag das Finale im Rhein-Energie-Stadion sehen. So viele wie nie zuvor bei einem deutschen Frauenfußballspiel. „Es ist total toll, dass wir vor so einer Kulisse spielen dürfen. Es zeigt die Wahrnehmung in Deutschland und wie sich der Frauenfußball entwickelt“, freut sich Theresa Merk über die beeindruckende Zahl. Mindestens 2.500 Freiburgerinnen und Freiburger werden in Köln erwartet, die SC-Blöcke waren schon nach wenigen Stunden ausverkauft. „Wir wollen uns von den Fans tragen lassen und haben mehr Vorfreude als Furcht.“

Und auch SC-Abteilungsleiterin Birgit Bauer-Schick misst dem Spiel in Köln eine große Bedeutung an: „Ich werde oft auf das Finale angesprochen, die Leute in der Stadt verfolgen das. Vergangenes Jahr waren unsere Herren in Berlin, jetzt sind wir in Köln. Das ist schon etwas Besonderes.“

Auch im zweiten Frauen-Pokalfinale der Vereinsgeschichte trifft der SC nun wieder auf den VfL Wolfsburg. „Das letzte Mal haben wir knapp verloren, das wollen wir dieses Mal anders machen“, lautet die Ansage von Bauer-Schick. „Für den Stellenwert unserer Abteilung im Verein ist es nicht unwichtig, solche Erfolge zu feiern. Auch um den Stellenwert in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Es ist der einzige Titel, den wir holen können. Deswegen werden wir alles versuchen.“

Dem pflichtet auch die Freiburger Cheftrainerin bei und erwartet ein „extrem schwieriges Spiel gegen eine Mannschaft, die zu Europas Spitze gehört.“ Dass die Wölfinnen aber auch schlagbar sind, hat am vergangenen Spieltag die Frankfurter Eintracht gezeigt, die sich mit einem deutlichen 4:0 gegen den VfL durchsetzen konnte. „Es wird darum gehen, an die eigenen Stärken zu glauben: Das, was man kann, mit der maximalen Konsequenz und Überzeugung auf den Platz zu bringen. Die Spielerinnen werden zu hundert Prozent alles reinhauen“, ist sich Theresa Merk sicher.

Auf der anderen Seite stehen die Wölfinnen, die zuletzt acht Mal in Folge DFB-Pokalsiegerinnen geworden sind. „Wolfsburg hat in vielen entscheidenden Spielen bewiesen, dass sie, wenn es darauf ankommt, voll da sind“, so Merk. „Für uns wird es wichtig sein, die individuellen Duelle zu gewinnen, uns gegenseitig zu unterstützen und offensiv Nadelstiche zu setzen.“ Besonders in Acht nehmen müsse sich der Sport-Club vor den Wolfsburger Standardsituationen, deren Physis und Geschwindigkeit.

Auch wenn der Sport-Club an Christi Himmelfahrt der klare Außenseiter sein wird, ist dennoch alles möglich: Die allzu bekannte Pokal-Phrase muss dafür gar nicht erst herhalten. „Es ist nicht gesagt, dass Wolfsburg uns um Meilen dominiert. Wo wir jetzt schonmal im Finale stehen, wollen wir den Pokal natürlich auch gewinnen“, lautet daher die klare Devise vor dem Endspiel.

Auch in Köln werden weiterhin Svenja Fölmli (Aufbautraining nach Knieverletzung) und Rafaela Borggräfe (Aufbautraining nach Krankheit) nicht mitwirken können. Annabel Schasching ist nach Krankheit wieder zurück. Ein Einsatz von Torhüterin Lena Nuding, die in Duisburg verletzt ausgewechselt werden musste, ist fraglich, die Untersuchungsergebnisse stehen noch aus.

Niklas Batsch

Foto: Tobias Mühlsteff

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Keine Reise zu weit
Der Weg nach Köln: Jena

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17.05.2023

Vier Spiele, vier Autor/innen: Wir nehmen euch in dieser Woche mit auf den Weg ins Pokalfinale in Köln. Heute: Viertelfinale in Jena.

Wir haben das Auswärtsspiel in Jena zum Anlass für einen Testlauf genommen. Üblicherweise mieten wir uns als Fanclub für jede Auswärtsfahrt einen Neunsitzer, aber die Mietpreise sind mittlerweile saftig angestiegen, die Benzinpreise ebenso – also sagten wir uns: Fahren wir doch mal mit dem Zug. Die Tickets nach Jena konnten wir ja rechtzeitig buchen, pro Person haben wir so hin und zurück keine 40 Euro gezahlt – ein Schnäppchen.

In der Früh um vier Uhr bin ich raus aus den Federn, um kurz nach fünf habe ich die weiteren sieben Mitglieder von unserem Fanclub – den Roten Füchsen Freiburg – am Offenburger Bahnhof getroffen. Dann gings los. Zum Glück gab es an jenem Tag keine Bahnstreiks, außerdem auf der Hinfahrt keine Verspätung, nach sieben Stunden waren wir schon da. Wir haben dann erst mal zu Mittag gegessen, sind bisschen durch die Stadt geschlendert. Lustig war, dass uns viele Passanten angesprochen haben: Spielen die SC-Männer heute etwa in Jena, fragten sie uns. Nein, sagten wir, die Frauen! Seid ihr verrückt, sagten manche, für Frauenfußball fahrt ihr so weit? Ich sagte: Wie reisen unseren SC-Frauen überall hin nach. Das ist unser Hobby, das ist unsere Leidenschaft, wir machen das liebend gerne. Manch einer schüttelte ungläubig den Kopf, aber die meisten sagten zu uns: Toll, dass ihr das macht, toll, dass ihr eure Mannschaft selbst im fernen Thüringen unterstützt.

Das machten wir dann abends im Stadion auch tatkräftig. Ich erinnere mich, dass es vom Wetter her sehr frisch war. Es war schließlich ein Abend im Februar, da kann es schon mal ziemlich kalt sein. Dick eingepackt saßen wir auf der Tribüne und sahen zu, wie auch der SC auf dem Platz erst einmal auftauen musste. Jena hatte die erste Torchance, super vereitelt von Keeperin Lena Nuding. Und dann gingen wir 1:0 in Führung, durch einen Treffer von Judith Steinert nach einer guten Viertelstunde. Kurz darauf kam es zu einer kuriosen Szene. Nach einem Pass in die Spitze kam die Torhüterin von Jena rausgelaufen und wollte den Ball wegschlagen, traf dabei aber ihre zurückeilende Mitspielerin – von dort kullerte der Ball ins eigene Tor.

Wir Fans auf der Tribüne hatten unseren Spaß. Wir hatten unsere Banner aufgehängt, stimmten Fangesänge an. Und immer, wenn die Jenaer Fans ihre Lieder anstimmten, versuchten wir, ihren Gesang zu übertönen. So bisschen Kampfstimmung auf der Tribüne musste sein – ging aber sehr friedlich zu.

Nach dem Seitenwechsel kam Jena zu ein paar guten Torgelegenheiten, ein Schuss ging gar an die Unterkante der Latte. Aber Freiburg hatte die Partie weitestgehend im Griff, machte am Ende den Deckel drauf: durch Tore von Lisa Kolb und Samantha Steuerwald. Nach der Partie feierten sie zusammen mit uns auf dem Platz, das ist jedes Mal schön, dass das Team uns so wertschätzt. Man muss echt sagen, dass uns die Frauenabteilung des SC super unterstützt übers Jahr. Sie helfen uns, wo sie können, geben uns zum Beispiel Tipps, wo wir Tickets für dieses oder jenes Spiel herbekommen.

Es war dann schon 22 Uhr irgendwas, als wir wieder im Zug saßen. Lief eigentlich auch zurück alles glatt. Nur einmal, in Frankfurt, hatte ein Zug eine Stunde Verspätung. Wenn man dort um vier Uhr in der Kälte hockt, ist das echt nicht so angenehm, aber: Mit einem Sieg im Gepäck fährt es sich viel leichter heim. Da kann kommen was will: Die gute Laune nimmt einem niemand. Um halb sieben ging ich glücklich und zufrieden ins Bett.

aufgezeichnet von Christian Engel

Peter Geisert (57) hat 2017 gemeinsam mit Friedrun Held den Fanclub Rote Füchse gegründet, den ersten offiziellen Frauenfanclub des SC Freiburg. In dieser Zeit hat der Maschinenführer von Pressen kein einziges Auswärtsspiel verpasst, nur ein einziges Heimspiel: „Da musste ich zu einer Taufe, ging nicht anders.“ Der Fanclub Rote Füchse hat mittlerweile 38 Mitglieder und freut sich über weiteren Zulauf.

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Freiburg will das Pokal-Finale genießen
Minge: "Dieses Ergebnis ärgert mich immer noch"
17.05. - 18:09

Einen Underdog gibt es immer - zumindest in den letzten acht Jahren seitdem der VfL Wolfsburg seinen Stammplatz auf das DFB-Pokalfinale gebucht hat. In diesem Jahr kommt die Rolle des Außenseiters dem SC Freiburg zu, der seinen Auftritt im Kölner Rhein-Energie-Stadion in erster Linie genießen will.

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Blicken gespannt auf das Pokalfinale: Freiburgs Trainerin Theresa Merk und Janina Minge. IMAGO/Beautiful Sports

Für Janina Minge ist es bereits ihr zweites Endspiel - sie hat den meisten ihrer Teamkolleginnen als schon einiges voraus, war 2019 auch Teil der Mannschaft, die dem VfL mit 0:1 unterlag. "Dieses Ergebnis ärgert mich immer noch. Aber wir haben damals gesehen, dass wir es schaffen können, wenn alle an ihre Grenzen gehen. Wenn dann noch ein bisschen Glück dazu kommt, bin ich mir sicher, dass wir dieses Spiel auch gewinnen können", sagt Minge, die sich auf die "Wahnsinns-Kulisse" eines aller Voraussicht nach ausverkauften Stadions freut. 42.000 Tickets gingen bislang über den Tresen.

So weit wollte Trainerin Theresa Merk nicht gehen, sie ermutigt ihre Spielerinnen lieber "den Moment zu genießen, weil es für viele das 1. Pokalfinale überhaupt ist". Ins gleiche Horn bläst auch Minge: "Wir müssen das genießen. Die Fans stehen hinter uns. Das wird uns guttun, um das eine oder andere Prozent mehr herauszuholen."

Aus sich selbst mehr rausholen kann Minge kaum, wie ihre Trainerin erklärt: "Janina ist eine emotionale Leaderin auf dem Platz, die über 90 Minuten versucht, alles reinzuhauen, was sie hat. Dadurch ist sie in der Lage, andere Spielerinnen mitzureißen. Das tut uns extrem gut. Sie bringt auch eine physische Präsenz mit sich, eine körperliche Härte und Robustheit, die wir in solchen Spielen wie morgen gebrauchen können." Und Minge selbst fügt an: "Wir sind eine junge Mannschaft, aber wir brauchen uns nicht zu verstecken. Bei uns ist alles ausgeglichen, wir haben nicht die eine Spielerin, die den Ton angibt, sondern wir kommen übers Team und versuchen alles reinzuhauen."

Dass das 0:4 gegen Eintracht Frankfurt zuletzt in der Liga noch einen Einfluss auf den VfL haben könnte, glaubt Merk derweil nicht. "Wolfsburg hat so eine erfahrene Mannschaft, ich glaube nicht, dass sie sich davon aus der Bahn werfen lassen."

Lambert und der Sprung ins kalte Wasser

Auf der Gegenseite soll der Ausfall von Lena Nuding die Freiburgerinnen möglichst nicht aus der Bahn werfen. Die Keeperin wird aufgrund einer Knieverletzung, die sie im letzten Bundesligaspiel gegen den MSV Duisburg (1:1) erlitten hat, definitiv ausfallen. Da auch die etatmäßige, seit längerem erkrankte Stammkeeperin Raffaela Borggräfe ausfällt, rückt mit Gabrielle Lambert die etatmäßige dritte Torhüterin in den Kasten.

Trainerin Merk bereitete das aber keine Sorgen: "Sie ist eine erfahrene Torhüterin, die sich sehr gut eingefügt und ein gutes Standing im Team hat. Wir haben maximales Vertrauen in sie und sind überzeugt, dass sie eine gute Leistung bringen kann." Mit Ausnahme der einen Halbzeit gegen Duisburg, in der Lambert eine solide Leistung zeigte, hat die 29-jährige Kanadierin, die seit dem Winter beim SC ist, bislang nur Testspiele absolviert. Mit dem Pokalfinale erwartet sie nun gleich der berühmte Sprung ins kalte Wasser.

Susanne Müller

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Gut genug
Der Weg nach Köln: Leipzig

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18.05.2023

Vier Spiele, vier Autor/innen: Wir nehmen euch in dieser Woche mit auf den Weg ins Pokalfinale in Köln. Heute: Halbfinale in Leipzig.

Heute ist es endlich soweit. Der Tag, auf den ich zwölf lange Jahre gewartet habe: Ich stehe im Pokalfinale mit dem SC. Ein Traum, der in Erfüllung geht. Für mich hat dieses Pokalfinale eine ganz besondere Bedeutung. Es ist schon ein absurder Zufall, wie oft ich im Halbfinale das Trikot werfen musste, wie oft ich kurz vor dem großen Ziel gescheitert bin. Ende April war das in Leipzig glücklicherweise anders.

Ich erinnere mich noch gut an diesen besonderen Tag: Als ich morgens aufgewacht bin, fühlte sich alles ein bisschen anders an. Ich wusste: Wir haben heute eine riesige Chance vor uns. Meine Vorfreude war unendlich groß und ich hatte vollstes Vertrauen in unser Team. Nach dem Aufstehen habe ich noch zu meiner Mitspielerin Jana Vojteková gesagt: „Wir machen das! Ich will heute Abend im Finale stehen!“

Die Zeit bis zum Anstoß fühlte sich dann aber fast endlos an. Den ganzen Tag über habe ich in viele unterschiedliche Gesichter geschaut: Ich selbst habe mich wie ein kleines Kind gefreut und wollte auch allen anderen ein gutes Gefühl geben. Viele aus unserem Team waren aber angespannt und nervös. Doch dafür habe ich keinen Grund gesehen. Ich habe zu den anderen gesagt: „Habt keine Angst, sondern Vertrauen in uns selbst! Wir alle sind gut genug, niemand muss zweifeln.“ Als Sportlerin ist man oft sehr selbstkritisch, das weiß ich am besten. Daher war es für mich wichtig, allen ein gutes Gefühl und Selbstvertrauen zu geben, ganz nach dem Motto: „Du bist gut genug!“

Und genau das haben wir am Abend auch auf den Platz bekommen. Ich habe zu jeder Sekunde gespürt, wie jede und jeder Einzelne alles dem Erfolg unterordnet. Den größten Anteil an unserem Finaleinzug hatten aber nicht wir Spielerinnen auf dem Feld, sondern unsere Bank. Das Stadion in Leipzig war laut, aber unsere Bank war noch lauter. Wenn ich als Spielerin weiß, dass ich diese Unterstützung habe, bin ich im Spiel selbst viel ruhiger und kann mich mehr auf mich konzentrieren. Unsere Bank war der Schlüssel zum Erfolg an diesem Tag.

Der Schlüssel, um nach 97 Minuten in glückliche Gesichter zu schauen. Ich war unglaublich froh, die anderen nach dem Spiel derart glücklich zu sehen. Dieser Zusammenhalt war für mich das Wichtigste: Jeder hat es jedem gegönnt. Ich selbst musste nach meinem Tor bereits Tränen zurückhalten. Klar, für mich hat das Pokalfinale eine große Bedeutung. Vor allem aber freut mich unser Erfolg für unsere Abteilungsleiterin Birgit Bauer-Schick und alle, die tagtäglich so viel Arbeit und Herzblut in uns stecken. Für mich ist es deshalb das Schönste, ihnen das Finale zu schenken.

Und heute ist es endlich so weit: Nach vielen Trainingseinheiten auf dem Platz und nach vielen Stunden Arbeit und Organisation in den Büros wartet auf uns alle der große Tag. Für mich ist es bereits das vierte Pokalfinale – und das wichtigste. Drei Mal stand ich schon im Finale, noch nie aber auf dem Feld. Ich weiß nicht, wie das sein kann. Die Pokalgeschichte kann so einfach nicht enden. Ich werde alles tun, um heute diesen Bann zu brechen, und (hoffentlich) das Spiel meines Lebens machen. Für uns als Team. Für unsere Abteilung. Für unseren Verein. Für Freiburg.

aufgezeichnet von Niklas Batsch

Hasret Kayikci (31) ist seit 2011 beim Sport-Club und möchte in ihrem vierten Anlauf das DFB-Pokalfinale bestreiten. Drei Mal bereits stand die Kapitänin im Endspiel, noch nie konnte sie allerdings aktiv mitwirken. Diese verrückte Pokal-Historie soll heute endlich gebrochen werden.

Quelle


17.05.2023 - 09:48 Uhr | News | Quelle: dpa
Freiburgs Trainerin Theresa Merk: «Geld ist schon ein Riesenthema»

[Bild: t_1508_292_2012_1.jpg]
©IMAGO

Die Frauen des SC Freiburg gehen als Außenseiter ins DFB-Pokal-Finale. Zu einem Spitzenteam fehlen dem Club finanzielle Möglichkeiten.

Trainerin Theresa Merk sieht die Fußballerinnen des DFB-Pokalfinalisten SC Freiburg von den Bedingungen her auf Augenhöhe mit den großen Clubs VfL Wolfsburg, FC Bayern, Eintracht Frankfurt und TSG 1899 Hoffenheim. Allerdings müsse der badische Bundesligist noch seine Spitzenspielerinnen ziehen lassen.

«Der SC Freiburg ist ja bekannt dafür, Mannschaften selbst zu entwickeln. Aber um Spielerinnen wie eine Klara Bühl oder Giulia Gwinn auch halten zu können, geht das ab einem bestimmten Niveau nur mit einer gewissen Finanzkraft, damit sie nicht nach München oder Wolfsburg abwandern», sagte die 33-Jährige der Deutschen Presse-Agentur vor dem Pokalfinale am Donnerstag (16.45 Uhr/ARD und Sky) in Köln gegen den favorisierten VfL Wolfsburg.

«Da ist leider Gottes Geld schon ein Riesenthema. Auch bei den Männern hat es beim SC lange gedauert, bis man sich davon lossagen konnte», erklärte Merk. «Wir sind einfach noch nicht an dem Punkt, dass wir uns das finanziell leisten können. Ich hoffe, dass sich das in den kommenden fünf bis zehn Jahren noch verändert.»

Merk ist eine von nur drei Fußballlehrerinnen, die Cheftrainerin bei einem Frauen-Bundesligisten sind. Der Umzug der SC-Fußballerinnen ins Dreisamstadion - die Männer von Trainer Christian Streich spielen inzwischen im neuen Europa-Park-Stadion - sei ein ganz gewaltiger Schritt Richtung Professionalisierung gewesen. «Die Infrastruktur, auf hohem Niveau trainieren zu können, ist hier definitiv gegeben. Die Mädels haben hier am Stadion ihren Trainingsplatz, können direkt zum Kraftraum und zur Physio», sagte Merk.

«Wir sind total glücklich mit den Bedingungen. Wir müssen uns hier auch im Vergleich mit Wolfsburg, Bayern, Frankfurt oder Hoffenheim sicher nicht verstecken. Das würde ich schon auf ein Level stellen. Natürlich sei im Dreisamstadion nicht mehr alles supermodern, sagte Merk, «aber es hat auch seinen Charme und ist auf Profifußballniveau.»

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SC-Kapitänin Kayikci "maßlos enttäuscht"
Freiburgs Frauen zwischen Stolz und Trauer: "Morgen alles in guter Erinnerung"

Der SC Freiburg schwankt nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale zwischen Stolz und Trauer. Nun bleiben zwei Tage, um den Fokus wieder auf die Liga zu legen.

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Was maßlos enttäuscht: Freiburgs Kapitänin Hasret Kayikci. IMAGO/Ostseephoto

Sichtlich geknickt trat Hasret Kayikci nach der am Ende doch deutlichen 1:4-Pokalniederlage vor die Mikrofone. "Ich war mir sicher, dass wir den Pokal holen. Ich bin maßlos enttäuscht, weil ich zwölf Jahre auf diesen Moment gewartet habe. Es tut mir für uns als Mannschaft leid, weil mehr drin war, aber Wolfsburg hat vor dem Tor einfach diese Qualität - das war der Unterschied zu uns."

Sichtlich geknickt trat Hasret Kayikci nach der am Ende doch deutlichen 1:4-Pokalniederlage vor die Mikrofone. "Ich war mir sicher, dass wir den Pokal holen. Ich bin maßlos enttäuscht, weil ich zwölf Jahre auf diesen Moment gewartet habe. Es tut mir für uns als Mannschaft leid, weil mehr drin war, aber Wolfsburg hat vor dem Tor einfach diese Qualität - das war der Unterschied zu uns."

Damit spielte die Kapitänin auf mindestens drei Hochkaräter an, die Freiburg frei vor dem Tor nicht nutzen konnte. Zunächst war Lisa Karl an der Grätsche von Lena Oberdorf gescheitert, dann entschärfte Merle Frohms den zu laschen Abschluss von Giovanna Hoffmann und schließlich fischte die Wolfsburger Keeperin auch noch einen abgefälschten Schuss von Kayikci selbst aus dem Winkel.

"Zu wenig Ballbesitz"

"Das Problem war, dass wir viel zu wenig Ballbesitz hatten. Diese Ballverluste kosten unheimlich Kraft. Und wir hätten unsere Chancen einfach nutzen müssen", brachte es die 31-Jährige auf den Punkt, die in der neuen Saison den nächsten Anlauf nehmen will auf ihren ersten Titel. "Ich hoffe, irgendwann klappt es noch. Ich bin nicht mehr die Jüngste, deshalb sollte das zeitnah sein."

Deutlich gefasster präsentierte sich Torschützin Janina Minge, die davon sprach, den Abend noch gemeinsam genießen zu wollen. "Heute ist die Enttäuschung noch da, aber morgen haben wir dann alles in guter Erinnerung", kündigte Minge an, die ihrer Mannschaft ein "Superspiel" attestierte und erklärte, dass "wir überhaupt nicht traurig sein" müssen.
Merk: "Haben alles auf dem Platz gelassen"

Ganz ähnlich sah das Trainerin Theresa Merk: "Das war ein besonderes Ereignis, dass wir hier spielen durften. Die Kulisse war super und unsere Fans haben das Stadion abgebrannt. Das hat definitiv uns gehört. Ich bin superstolz auf die Mannschaft. Das Ergebnis ist ein bisschen zu hoch ausgefallen, aber die Mädels haben alles auf dem Platz gelassen und das war das, was wir uns vorgenommen hatten."

Nun soll der Schwung mitgenommen und gegen den 1. FC Köln am Sonntag in der Liga der erste Dreier nach acht sieglosen Spielen in Serie geholt werden.

Susanne Müller

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Rathausempfang für SC-Frauen

[Bild: csm_d354a098aef7eb6f10a4b19269902e73c8c2...a3829b.jpg]

20.05.2023

Den SC-Frauen wird am Sonntagabend eine große Ehre zuteil: Oberbürgermeister Martin Horn nimmt das Team in Empfang, ehe es sich in das Goldene Buch der Stadt Freiburg eintragen darf. Anschließend geht es noch auf den Rathausbalkon.

Es war ein deutlich engeres Finale als es das Ergebnis auf den ersten Blick vermuten lassen würde. Und daher wurden die SC-Frauen nach Abpfiff nicht nur von vielen lautstarken Freiburger Fans, sondern auch vom ausverkauften Rhein-Energie-Stadion gefeiert. Und die Feierlichkeiten gehen auch in Freiburg weiter.

Nach dem Finale im DFB-Pokal empfangen Oberbürgermeister Martin Horn und die Stadt Freiburg die SC-Frauen am Sonntagabend, 21. Mai, im Freiburger Rathaus. Dabei wird den SC-Spielerinnen eine ganz besondere Ehre zuteil: Das Team von Trainerin Theresa Merk darf sich im Goldenen Buch der Stadt verewigen.

Anschließend wird das Team gegen 19 Uhr auf den Rathausbalkon treten und von hoffentlich vielen Fans gefeiert werden. Für ein Rahmenprogramm mit Moderation und Musik ist gesorgt.

Wir freuen uns, wenn wir viele Fans am Sonntagabend auf dem Rathausplatz sehen!

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Im letzten Heimspiel gegen Köln

[Bild: csm_29dbf9c51d8881afff9bc346e540a06ad7f9...0761c3.jpg]

20.05.2023

Nach der großen Kulisse im Pokalfinale wartet an diesem Sonntagmittag das letzte Bundesliga-Heimspiel auf die SC-Frauen. Die Merk-Elf empfängt um 13 Uhr den 1. FC Köln im Dreisamstadion (live bei MagentaSport).

Auch zwei Tage nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale überwiegen der Stolz und die Dankbarkeit für das Erlebnis in Köln. „Es war überragend. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft. Wir kommen aus keiner einfachen Situation, waren aber voll da. Das haben wir auch schon im Halbfinale in Leipzig gezeigt“, blickt SC-Cheftrainerin Theresa Merk auf das besondere Spiel im Rhein-Energie-Stadion zurück. Über 44.000 Zuschauerinnen und Zuschauer haben das DFB-Pokalfinale gesehen – erstmalig war das Endspiel der Frauen ausverkauft.

„Das Pokalfinale war für uns alle ein ganz besonderes Spiel. Das Team hat große Moral bewiesen, sie haben sich nach einer schweren Anfangsphase zurückgekämpft und kamen super in die zweite Halbzeit rein“, analysiert Merk im Nachhinein das sportliche Geschehen auf dem Platz. „Leider machen wir nicht das 2:1, sondern geraten Sekunden später in Rückstand. Besonders bitter ist dann, dass die Vorentscheidung durch eine sehr strittige Entscheidung gefallen ist“, so die Freiburger Cheftrainerin. Am Ende war das Finale trotz der sportlichen Niederlage ein Erlebnis, was vielen sicherlich nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen wird. „Die Kulisse war sensationell“, betont Merk. „Es war super, dass das Spiel ausverkauft war, unsere Fans haben das nochmal zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht. Das Stadion war rot-weiß.“

Auf viele Fans hoffen die SC-Frauen auch beim letzten Heimspiel in dieser Saison im Dreisamstadion. Am Sonntagmittag empfängt der Sport-Club den 1. FC Köln. „Das Spiel gegen die Kölnerinnen wird total anders als das Pokalfinale. Es wird nicht leicht sein, in so kurzer Zeit zurück in den Liga-Alltag zu finden“, sagt Merk. „Wir wollen aber ein gutes letztes Heimspiel zeigen mit einer ähnlichen Energieleistung.“

Die Kölnerinnen, derzeit Tabellenvorletzter mit zwei Punkten Abstand zum rettenden Ufer, stecken noch voll im Abstiegskampf. Die Freiburger Cheftrainerin erwartet daher einen Gegner, „der alles in die Waagschale werfen wird. Ich hoffe, dass wir noch genügend Körner haben, denn die Partie wird sicherlich sehr aufreibend.“ Köln habe nichts mehr zu verlieren, „sie stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen unbedingt punkten.“

Das allerletzte Heimspiel ist die Begegnung am Sonntag auch für vier Freiburger/innen: Nach dem Spiel muss sich der Sport-Club von Riola Xhemaili, Jule Baum und Jana Vojteková verabschieden, die den SC nach der Saison verlassen werden. Und auch Athletiktrainer Hannes Mühl wird am Sonntag zum letzten Mal an der Seitenlinie stehen. Bereits jetzt bedankt sich der SC für den Einsatz von allen vieren und wünscht ihnen für die Zukunft alles Gute!

Keine Option im letzten Heimspiel der Saison sind weiterhin Svenja Fölmli (Aufbautraining nach Knieverletzung) und Rafaela Borggräfe (Aufbautraining nach Krankheit). Lena Nuding fällt bis auf Weiteres mit einer schweren Knieverletzung aus und auch auf Lisa Kolb (Muskelverletzung) muss das SC-Trainerteam vorerst verzichten.

Und nach Abpfiff wartet auf die Mannschaft von Theresa Merk noch ein ganz besonderer Anschlusstermin: Oberbürgermeister Martin Horn und die Stadt Freiburg empfangen die SC-Frauen am Sonntagabend im Freiburger Rathaus. Dabei wird den SC-Spielerinnen eine ganz besondere Ehre zuteil: Das Team darf sich im Goldenen Buch der Stadt verewigen. Anschließend werden die SC-Frauen gegen 19 Uhr auf den Rathausbalkon treten und von hoffentlich vielen Fans gefeiert werden. Für ein Rahmenprogramm mit Moderation und Musik ist gesorgt.

Niklas Batsch

Foto: Tobias Mühlsteff

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Dritter Anlauf gegen Wolfsburg

[Bild: csm_5b716c0a9143ba1ee0c6d022f5d61cc13111...90b69e.jpg]

26.05.2023

Am letzten Spieltag der FLYERALARM Frauen-Bundesliga sind die SC-Frauen am Sonntagmittag um 14 Uhr in Wolfsburg zu Gast – der mittlerweile dritte Anlauf gegen die Wölfinnen in dieser Spielzeit (live bei MagentaSport).

Noch einmal heißt es Bundesliga, ehe es kommende Woche für die SC-Frauen in die Sommerpause geht. „Ich freue mich immer auf die Sommerpause, egal wie die Saison war oder ist“, blickt SC-Cheftrainerin Theresa Merk schonmal auf die gut eineinhalb freien Monate voraus. „Nach den letzten Wochen mit vielen Rückschlägen ist es für uns sicherlich schön, jetzt einmal länger durchatmen zu können und den Kopf frei zu bekommen. Nichtsdestotrotz freue ich mich aber auch noch auf unser letztes Spiel in Wolfsburg.“

Wolfsburg, schon wieder Wolfsburg. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei und vielleicht gelingt es der Merk-Elf, den Favoritinnen im dritten Anlauf ein Bein zu stellen. 0:4 im Hinrundenspiel, 1:4 im Pokalfinale – und nun der Saisonabschluss in Wolfsburg. „Wir haben uns das Spiel von Wolfsburg gegen Meppen angeschaut. Da haben sie sich schon schwer getan, das haben wir selbst auch am eigenen Leib erfahren“, sagt Merk zum knappen 3:2-Erfolg der Wölfinnen am vergangenen Wochenende.

„Wir haben auch nochmal einen Blick auf das Pokalfinale geworfen und uns Szenen mit und gegen den Ball angeschaut“, gibt Merk Einblick in die Vorbereitung auf das Saisonfinale. „Wir hatten wenig Ballbesitz und der ist nicht ganz unwichtig, um selbst Ruhe ins Spiel zu bekommen. Aber wir haben auch einige gute Momente gesehen.“ Das eigene Spiel nochmal zu analysieren, war Merk zufolge auch die Hauptvorbereitung für die kommende Begegnung am Sonntagmittag.

„Ich glaube, dass das Spiel ganz anders wird als am vergangenen Donnerstag: Vielleicht nicht zwingend vom Spielstil, aber das Setting in Köln hat schon viel ausgemacht. Ich denke nicht, dass es vergleichbar wird, bin aber sehr gespannt“, ordnet die Freiburger Cheftrainerin das Auswärtsspiel in Wolfsburg ein.

Keine Option im letzten Saisonspiel sind weiterhin Svenja Fölmli (Aufbautraining nach Knieverletzung), Rafaela Borggräfe (Aufbautraining nach Krankheit), Lena Nuding (Knieverletzung) sowie Lisa Kolb (Muskelverletzung). Auch Chiara Bouziane wird mit Rückenproblemen ausfallen.

Und dann ist am Sonntagnachmittag eine lange und kräftezehrende Spielzeit beendet. Wie das Fazit der SC-Cheftrainerin ausfällt? „Wir haben eine sehr gute Hinrunde gespielt und dort auch unser Potenzial zeigen können. Mit dem Pokalfinale haben wir ein großes Ziel erreichen können, das wir uns vor der Saison gesetzt haben“, hebt Theresa Merk die sportlichen Höhepunkte hervor.

Aktuell rangieren die SC-Frauen auf dem sechsten Rang im gesicherten Bundesliga-Mittelfeld. „Da haben wir uns ehrlicherweise vielleicht etwas mehr erhofft“, sagt Merk. „Was aber zehrt und womit wir definitiv nicht zufrieden sind, ist die Rückrunde mit den vielen verlorenen Spielen. Dort haben wir es nur in wenigen Partien geschafft, eine gute Leistung abzurufen. Es gilt für die neue Saison, viele Dinge zu analysieren und aufzuarbeiten.“

Bis dahin ist dann auch noch ein bisschen Zeit: Trainingsauftakt der SC-Frauen ist am Montag, 10. Juli. Der genaue Sommerfahrplan folgt in den kommenden Wochen.

Niklas Batsch

Foto: Achim Keller

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Knappe Niederlage bei den Wölfinnen

[Bild: csm_e5034e0a53bc1a538a8001ad8139d1fa0da8...11c103.jpg]

28.05.2023

Am letzten Spieltag der FLYERALARM Frauen-Bundesliga mussten sich die SC-Frauen knapp mit 1:2 (1:2) beim VfL Wolfsburg geschlagen geben. Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Judith Steinert für die Freiburgerinnen.

Nach den beiden Niederlagen in der Hinrunde und im Pokalfinale musste sich der Sport-Club auch ein drittes Mal gegen den VfL Wolfsburg geschlagen geben. Die Partie am letzten Spieltag der Frauen-Bundesliga gestaltete sich jedoch denkbar knapp, der SC konnte den Favoriten lange Zeit in Schach halten. „Heute bin ich total zufrieden, wir haben alles auf den Platz gebracht und mutig Fußball gespielt“, sagt daher auch die Freiburger Cheftrainerin Theresa Merk.

Im Vergleich zum letzten Ligaspiel rotierte Theresa Merk auf vier Positionen: Samantha Steuerwald startete für Kim Fellhauer, Marie Müller rückte für Jana Vojteková in die Anfangself, Annabel Schasching ersetzte Riola Xhemaili und Hasret Kayikci begann anstelle von Giovanna Hoffmann in der Sturmspitze.

Rückstand, Ausgleich, Rückstand

Wie schon im Pokalfinale begann der VfL Wolfsburg von Beginn an drückend: Keine fünf Minuten waren gespielt, da musste SC-Keeperin Gaby Lambert das erste Mal eingreifen. Nur drei Minuten später konnte die Freiburger Schlussfrau dann am frühen Rückstand nichts mehr ändern: Svenja Huth bediente Sveindis Jónsdottir, die im Strafraum auf Ewa Pajor querlegte. Die Wolfsburgerin musste in der achten Minute nur noch einschieben.

Der Sport-Club brauchte ein paar Minuten, bis er sich fing – doch dann setzte auch die Mannschaft von Theresa Merk eigene Akzente. Marie Müller versuchte es aus gut 20 Metern (15.), Janina Minge anschließend per Kopf (29.) – und schließlich fiel (ähnlich wie schon im Pokalfinale) zwar etwas überraschend, aber auch nicht unverdient der 1:1-Ausgleich: Der SC eroberte im Mittelfeld das Spielgerät, Kapitänin Hasret Kayikci schickte Judith Steinert auf die Reise, die in der 35. Minute von der Strafraumkante eiskalt verwandelte.

Dass es nicht mit einem Remis in die Pause ging, lag dann an einem Foulspiel kurz vor der Halbzeit: Meret Felde traf Alexandra Popp im eigenen Strafraum, Schiedsrichterin Mirka Derlin entschied auf Elfmeter, den Dominique Janssen zum 1:2-Pausenstand verwandelte.

Fellhauer-Verletzung überschattet Niederlage

Doch auch nach der Pause setzte die Merk-Elf alles daran, einen Punkt mit nach Freiburg zu nehmen. Cora Zicai machte nur wenigen Sekunden nach Wiederanpfiff den Anfang und setzte ein erstes Ausrufezeichen. Marie Müller zog in der 54. Minute aus der Distanz ab, eine Chance von Judith Steinert klärte die Wolfsburger Hintermannschaft noch zu einem Eckball (55.). Und wie schon im Endspiel vor wenigen Tagen wäre es wieder Janina Minge gewesen, die nach Ecke getroffen hätte: Doch der Konjunktiv und das Wolfsburger Aluminium verhinderten den Freiburger Treffer (55.).

Aber auch Wolfsburg machte mehrfach deutlich, über wie viel Qualität der Tabellenzweite verfügte: Popp und Willms (66., 67.) hätten innerhalb von nur wenigen Sekunden für den VfL treffen können – Freiburgs Gaby Lambert hielt ihre Vordermannschaft mehrfach gut im Spiel. Und dann kam doch noch der vermeintliche SC-Moment: Giovanna Hoffmann schickte in der 71. Minute Hasret Kayikci auf die Reise, die aus dem Lauf eiskalt zum vermeintlichen 2:2 einnetzte – wäre die Freiburger Kapitänin nicht im Abseits gestanden. Kurz vor Schluss dann ein deutlich größerer Schock für alle Freiburgerinnen und Freiburger: Die nur wenige Minuten zuvor eingewechselte Kim Fellhauer ging quasi mit Abpfiff auf den Boden – wir wünschen gute Besserung und drücken die Daumen, dass es sich nicht wieder um eine schwere Verletzung handelt.

Der Sport-Club muss sich am Ende mit einer engen 1:2-Niederlage begnügen und beschließt damit wie in der vergangenen Saison die Spielzeit auf dem sechsten Tabellenplatz. „Wir haben heute vieles richtig gemacht, waren aggressiv im Pressing, haben eine hohe Intensität an den Tag gelegt. Wir haben uns auch einige gute Chancen herausgespielt, ein Punkt wäre auf jeden Fall verdient gewesen“, so Merk nach Spielende.

Dem pflichtet auch Birgit Bauer-Schick bei: „Es war ein guter Auftritt. Wie in vielen Spielen zuletzt hat uns auch heute wieder mal so ein bisschen das Spielglück gefehlt. Die Pause kommt jetzt zum richtigen Zeitpunkt“, so die SC-Abteilungsleiterin nach Spiel- und damit auch Saisonende. „Besonders bitter ist für uns die erneute Verletzung von Kim Fellhauer, die unsere gute Leistung überschattet. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Tagen Entwarnung geben können.“

Niklas Batsch

Foto: SC Freiburg
Stenogramm
VfL Wolfsburg: Frohms (61. Weiß) - Wilms, Hendrich (65. Wedemeyer), Janssen, Rauch (46. Agrez) - Roord, Popp (72. Brand) - Waßmuth, Huth, Jónsdóttir - Pajor (61. Bremer)
Trainer: Tommy Stroot
Bank: Oberdorf, Demann, Wolter, Blomqvist

SC Freiburg: Lambert - Karl (81. Wensing), Steuerwald, Stegemann, Müller - Felde (63. Fellhauer), Minge (76. Xhemaili), Schasching - Steinert (81. Vojteková), Kayikci, Zicai (63. Hoffmann)
Trainerin: Theresa Merk
Bank: Adamczyk

Tore: 1:0 Pajor (8.), 1:1 Steinert (35.), 2:1 Janssen (44., FE)
Gelbe Karten: Stegemann
Gelb-Rote Karten: -
Rote Karten: -
Schiedsrichterin: Mirka Derlin
Zuschauer: 4.469

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Die SC Frauen verabschieden sich in die Sommerpause:

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Fünf Fragen an André Malinowski

[Bild: csm_c64b4b117dfa9cf450fb37cd335242ed27d2...2d054f.jpg]

06.06.2023

Die Saison ist auch für die Frauen- und Mädchenabteilung des Sport-Club beendet. Wir haben nach den letzten Partien dieser Spielzeit mit André Malinowski, sportlicher Leiter der Frauenabteilung, über die vergangene Saison gesprochen.

André Malinowski über die Entwicklung der vier Teams:

Auch bei den Frauen und Mädchen möchten wir den „Freiburger Weg“ weitergehen und eigenen jungen Talenten die Möglichkeit bieten, sich Schritt für Schritt dem Bundesliga-Kader anzunähern. Auch in dieser Saison waren Spielerinnen des U20-Teams regelmäßig beim Bundesliga-Team im Einsatz. Dadurch erhalten die Spielerinnen selbst und die Trainer/innen-Teams einen Eindruck vom individuellen Leistungsstand im Vergleich zu den in der FFBL erfahrenen Spielerinnen. Für uns ist wichtig, die Arbeit in diesem Übergangsbereich weiter zu intensivieren.

André Malinowski über das erste Zweitligajahr der U20-Frauen:

Rein sportlich betrachtet, also über die Art und Weise, wie wir im Sinne der individuellen Entwicklung Fußball gespielt haben, waren wir in sehr vielen Spielen auf Augenhöhe mit den gegnerischen Teams. An den Spielergebnissen gemessen haben wir es gerade in den entscheidenden Spielen in der Rückrunde aber nicht geschafft, die sich bietenden Situationen so zu nutzen, dass wir über mehr Torerfolge und auch mehr Torverhinderungen mehr Punkte holen konnten. In diesen Situationen hat uns sicher eine gewisse Abgeklärtheit auf der Basis von Erfahrung gefehlt. Schaut man sich die Einsatzzeiten gerade der jungen Spielerinnen im Kader an, dann sind wir unserem Auftrag, diesen Spielerinnen möglichst viel Spielpraxis in der 2. Liga zu ermöglichen, auf jeden Fall gerecht geworden.

André Malinowski über den Abstieg aus der 2. Liga:

Natürlich ist der Abstieg für uns alle sehr bitter. In unserer Analyse kommen sehr viele Punkte zusammen, warum es nicht gereicht hat. Aus diesen Punkten müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen und uns damit auseinandersetzen, wie wir das U20-Team längerfristig auf eine Zugehörigkeit zur 2. Liga vorbereiten können. Ziel muss es sein, eine U20 zu haben, die von sich aus in der Lage ist, die sportliche Rolle in der 2. Liga für uns so zu spielen, dass ein dauerhafter Verbleib möglich ist. Deshalb müssen wir uns auch über die Regionalliga weiterentwickeln, was aber auf jeden Fall möglich ist.

André Malinowski über die Zukunft der Juniorinnen-Teams:

Der Kader des U20-Teams wird sich stark verändern, weil einige Spielerinnen den Verein verlassen werden. Wir werden viele eigene Spielerinnen aus der U17 übernehmen und den Kader durch externe Neuzugänge ergänzen. Natürlich ist es unser Anspruch, mit der U20 in der Regionalliga eine richtig gute Rolle zu spielen. Aber auch in der Regionalliga geht es um gestandenen Frauenfußball und ein relativ junges Team wie die U20 muss sich dort erst mal durchsetzen. Wir müssen die individuelle Entwicklung der Spielerinnen als erste Aufgabe mit Spielergebnissen kombinieren, um über die ganze Saison hinweg die gewünschte Rolle in der Tabelle zu spielen.

André Malinowski über die Saison der U17 und U15:

Die U15 hat in der Oberliga der B-Juniorinnen als junges Team nach kurzer Eingewöhnungsphase eine souveräne Saison gespielt. Wir konnten gut beobachten, wie sich Spielerinnen über die Spiele in dieser Liga in unserem Sinne und mit unserem Spielstil weiterentwickeln konnten, und konnten aber gleichzeitig auch beständig Ergebnisse liefern. Das war so nicht unbedingt zu erwarten. Da wir im Sinne der individuellen Entwicklung, und auch für den dortigen Kader gedacht, drei Spielerinnen aus dem U17-Kader vor der Saison in die U20 befördert haben, musste die U17 in dieser Saison auf eine gewisse Stärke verzichten. Auf der anderen Seite hat das aber dazu geführt, dass alle U17- und teilweise U15-Spielerinnen die Chance bekommen haben, sich schon frühzeitig in der BJBL Spielpraxis zu verschaffen. Wir sind gespannt darauf, wie sich die hochrückenden U17-Spielerinnen in der neuen Saison in der U20 beweisen können.

Foto: SC Freiburg

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