23.01.2026 - 11:21
21.01.2026 - 11:55 Uhr | News | Quelle: dpa
Union-Chefin zum Streit mit DFB: «Tür nie zu»
![[Bild: s_2184_368_2012_1.jpg]](https://www.soccerdonna.de/static/bilder_sd/spielerfotos/s_2184_368_2012_1.jpg)
©1. FFC Turbine Potsdam
Kommt es doch noch zur Gründung einer GmbH mit der Bundesliga und dem Deutschen Fußball-Bund? Union Berlins Jennifer Zietz fordert mutige Schritte.
Jennifer Zietz sieht im Streit zwischen der Bundesliga und dem DFB noch Chancen, dass es zum ursprünglich geplanten Joint Venture kommt. «Es ist alles offen, die Tür ist nie zu. Es braucht mutige Schritte. Es geht um eine schnelle Entwicklung des Frauenfußballs und je mehr kompetente Personen dazu beitragen, desto besser», sagte die Geschäftsführerin Profifußball Frauen beim 1. FC Union Berlin im dpa-Gespräch.
Anfang Dezember war im Deutsche Bank Park in Frankfurt/Main der Ligaverband (Frauen-Bundesliga FBL e.V.) gegründet worden. Ursprünglich sollte die Veranstaltung am Campus des Deutschen Fußball-Bundes stattfinden und in eine FBL GmbH mit dem Verband münden. Dazu kam es aber nicht.
Scharfe Kritik aus München und Frankfurt
Vor allem Eintracht-Boss Axel Hellmann und Bayern Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatten den DFB im Vorfeld öffentlich kritisiert. Beim Verband fühlt man sich ob des medialen Rundumschlags brüskiert. Am 26. Januar sollen nun in Frankfurt am Main die Verhandlungen zwischen den 14 Vereinen mit ihrer neuen Ligaverbandspräsidentin Katharina Kiel (Eintracht) und dem DFB wieder aufgenommen werden.
«Zum Zeitpunkt der Gründung des Ligaverbandes war es nicht möglich, mit dem DFB zusammenzuarbeiten. Wir Vereine sind uns sehr einig. Im Moment haben wir einen Player weniger am Tisch, der auch erst die Landesverbände hinter sich bringen muss», sagte Zietz, früher Nationalspielerin von Turbine Potsdam.
Ein Knackpunkt sind die Stimmrechte
Die 42-Jährige sagte zu einem der Streitpunkte: «Wenn die Vereine so viel investieren, dann ist es auch klar, dass sie am Ende die Stimmenmehrheit haben sollten. Das ist einer der ausschlaggebenden Punkte in den Verhandlungen mit dem DFB.» Der Verband, der das Joint Venture komplett finanzieren würde, fordert bei vielen Themen Mitspracherechte.
Zietz verweist auf die Entwicklung der Union-Fußballerinnen, die 2025 aufgestiegen waren: «Unser Präsident Dirk Zingler hat klar zum Ausdruck gebracht, dass wir für die Frauen im Fußball die gleichen Bedingungen wie bei den Männern anstreben. Wir wollen aber keinen Männerfußball 2.0 und es geht auch nicht um das gleiche Geld.» Es gehe um die angemessene Wertschätzung für Spielerinnen, von denen manche im Oberhaus noch nicht mal den gesetzlichen Mindestlohn beziehen würden.
Quelle
21.01.2026 - 17:50 Uhr | News | Quelle: sd | von: eb
FannetzwerkFF positioniert sich gegen Montagsspiele in der Bundesliga
![[Bild: bl1.jpg]](https://www.soccerdonna.de/static/bilder_sd/spielerfotos/bl1.jpg)
Kurz vor der anstehenden Ausschreibung der neuen TV-Rechte für die Frauen-Bundesliga hat sich das FannetzwerkFF mit einem offenen Protestbrief klar gegen Montagsspiele positioniert. Unter dem Motto „Alle vereint – gegen Montagsspiele“ richtet sich der Zusammenschluss organisierter und unorganisierter Fans der Frauen-Bundesligisten an Vereine, Verband und Liga.
In dem Schreiben betont das Fannetzwerk zunächst das wachsende Interesse am Frauenfußball – sowohl international als auch in Deutschland. Gleichzeitig verweisen die Fans auf die zentrale Rolle der Zuschauenden im Stadion, die in den vergangenen Jahren zu einer vielfältigen und lebendigen Fankultur beigetragen hätten. Diese Entwicklung werde von Vereinen und Verbänden regelmäßig hervorgehoben und beworben.
Mit zunehmender Kritik beobachten die Unterzeichnenden jedoch die Spieltagsgestaltung, insbesondere die Ansetzungen am Montagabend. Diese stellten für viele Fans eine erhebliche Hürde dar. Laut dem Fannetzwerk erschweren Montagsspiele Auswärtsfahrten, führten zu Urlaubs- oder Übernachtungskosten und machten Stadionbesuche für Familien, Kinder und Jugendmannschaften – eine wichtige Zielgruppe im Frauenfußball – nahezu unmöglich. Auch für Heimfans sei ein Stadionbesuch an einem regulären Montagabend oft nur schwer umsetzbar.
Darüber hinaus thematisiert das Schreiben die Auswirkungen auf die Atmosphäre in den Stadien. Fußball lebe von regionaler Nähe, Auswärtsfahrten und aktiver Unterstützung, heißt es. Spiele ohne oder mit deutlich weniger Fans würden diesen Charakter gefährden. Kritik äußern die Fans auch an den Fernseh-Anstoßzeiten: Die Verlegung von Montagsspielen auf 18 Uhr werfe Fragen zur Vereinbarkeit mit dem Alltag vieler Zuschauerinnen und Zuschauer auf – sowohl im Stadion als auch vor dem Fernseher.
Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Vergabe der Medienrechte befürchtet das Fannetzwerk, dass Montagsspiele weiterhin Teil der Spieltagsplanung bleiben könnten. Entsprechend formulieren die Fans eine klare Forderung: Vereine, DFB und die neu gegründete Frauen-Bundesliga (FBL) sollen sich eindeutig gegen Montagsspiele positionieren und ein „Commitment zu den Fans“ zeigen.
Der Protest reiht sich in eine grundsätzliche Debatte ein, die den Frauen- wie auch den Männerfußball seit Jahren begleitet: das Spannungsfeld zwischen medialer Vermarktung, Reichweitensteigerung und den Bedürfnissen der aktiven Fans vor Ort. Wie die Verantwortlichen diese Interessen künftig gewichten, dürfte auch im Zuge der neuen TV-Rechte eine zentrale Rolle spielen.
Quelle
21.01.2026 - 22:00 Uhr | News | Quelle: dpa
Machtkampf um Profistrukturen geht weiter
![[Bild: bl1.jpg]](https://www.soccerdonna.de/static/bilder_sd/spielerfotos/bl1.jpg)
Neue Jobs, mehr Geld, größere Stadien - der Machtpoker zwischen DFB und Clubs geht in die nächste Runde. Was hinter den Kulissen wirklich auf dem Spiel steht.
Der Knall im Dezember war gewaltig, das gegenseitige Vertrauen schwer zerrüttet. Nach dem öffentlich eskalierten Streit zwischen Clubs und Deutschem Fußball-Bund (DFB) um die Professionalisierung des Frauenfußballs kehren beide Seiten am Montag in Frankfurt zurück an den Verhandlungstisch. Im Ringen um Macht und Millionen soll doch noch ein gemeinsames Joint Venture entstehen.
Der Deutschen Presse-Agentur liegen Entwürfe vor, die veranschaulichen, wie die Zukunft der Bundesliga-Fußballerinnen ausschauen könnte. Oder zu platzen droht, falls die Einigung ausbleibt. Die wichtigsten Fragen vorab:
Wer sitzt am Verhandlungstisch?
Der im Dezember gegründete Ligaverband - er vertritt die Interessen der 14 Erstligisten - schickt eine neunköpfige Gruppe. Neben den bisher aus dem Männerfußball prominenten Chefverhandlern um Axel Hellmann (Vorstandsprecher Eintracht Frankfurt), Jan-Christian Dreesen (Vorstandschef FC Bayern München), Oliver Leki (Finanzvorstand SC Freiburg) und Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry zählen auch Katharina Kiel (Eintracht Frankfurt), Florian Zeutschler (SGS Essen) und Veronica Saß (FC Bayern) dazu.
Kiel als Präsidentin, Saß (1. Vizepräsidentin) und Zeutschler (2. Vizepräsident) bilden die Spitze des Ligaverbandes. Zwei weitere Club-Vertreter runden das Aufgebot ab. Für den DFB verhandeln federführend Generalsekretär Holger Blask und Schatzmeister Stephan Grunwald.
Was steckt hinter der Idee des Joint Ventures?
Einigen sich DFB und Ligaverband trotz verfahrener Lage, entstünde als Joint Venture die Frauen-Bundesliga GmbH, kurz: FBL GmbH. Die wäre schon vom 1. Juli an dafür verantwortlich, Kernthemen der Liga wie Vermarktung oder Nachwuchsförderung kräftig anzukurbeln. In der FBL GmbH hätten Ligaverband und DFB je drei Sitze, eine zentrale Aufgabe des Sechser-Gremiums wäre es, die Geschäftsführung zu berufen.
Finanzier ist der DFB: Knapp über 100 Millionen Euro sagte der Verband für die nächsten acht Jahre zu. Etwa die Hälfte flösse direkt an die Clubs, die andere in das Gemeinschaftsunternehmen. Weitere rund 25 Millionen Euro über denselben Zeitraum soll die 2. Liga erhalten, die der DFB in vier bis fünf Jahren in die FBL integrieren will.
Worüber wird gestritten?
Vor allem ist offen, wer in der angedachten Partnerschaft was zu bestimmen hat. Nach dpa-Informationen geht es um eine Liste von 20 Punkten und die Frage, bei welchen der DFB mitbestimmt und bei welchen die Liga praktisch durchregieren dürfte. Beim Verband herrscht die Meinung vor, dass es angesichts der 100-prozentigen Joint-Venture-Finanzierung nur logisch sei, auf Mitspracherechte zu bestehen.
Club-Verantwortliche argumentieren, insbesondere die Vereine müssten die konkreten Maßnahmen vor Ort finanzieren - und gehen für die gesamte Liga von Ausgaben über mehrere hundert Millionen Euro aus. «Wenn die Vereine so viel investieren, dann ist es auch klar, dass sie am Ende die Stimmenmehrheit haben sollten. Das ist einer der ausschlaggebenden Punkte in den Verhandlungen mit dem DFB», sagt etwa Jennifer Zietz, Geschäftsführerin von Union Berlin.
Auch inhaltlich ist trotz detailreicher Professionalisierungspläne längst nicht alles ausverhandelt. Nicht umsonst wird so hart um die Macht gerungen. Die große DFB-Sorge: Ohne Vetorecht könnten die neuen Standards wieder geschliffen werden.
Was ist beim Mindestgrundgehalt geplant?
Nahezu unstrittig: Kommt das Joint Venture, wird ein Mindestgrundgehalt von 3.000 Euro (brutto) eingeführt. Die Maßnahme sei «ein entscheidender Schritt hin zum Berufsbild 'Profifußballerin'», heißt es in dem - auch Zweitligisten vorliegenden - Entwurf für die dann neu zu erfüllenden Richtlinien des Bundesliga-Lizenzierungsverfahrens. Aktuell verdient eine Bundesliga-Fußballerin durchschnittlich zwar rund 4.500 Euro, einige Spielerinnen liegen aber noch deutlich darunter.
Wie würde sich der Trainer- und Betreuerstab verändern?
Profibedingungen, sprich Vollzeitstellen, müssten die Clubs schrittweise auch für Co- und Torwarttrainerinnen sowie Spielanalysten und Sportpsychologen schaffen. Die Betreuung durch Ärztinnen und Physiotherapeuten soll den Plänen zufolge ebenso ausgebaut werden wie der Club-Apparat insgesamt. Jeder Erstligist bräuchte jeweils in Vollzeit einen Sportlichen Leiter, Teammanager, Social-Media-Manager und «Fan-Gewinnungs»-Manager. Auch müssten Ernährungsberater und Scouts angemeldet werden.
Welche Vorgaben gäbe es bei der Stadioninfrastruktur?
Die Anforderungen an ein bundesligataugliches Stadion würden gewaltig steigen, statt 2.000 wären künftig über 5.000 Plätze nötig - davon mindestens 300 Sitzplätze, wovon die Hälfte überdacht sein müsste. Es sollen aber Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen gelten, zumindest bis zur Saison 2031/32. Ab dann wäre für jeden Bundesligisten ein Fassungsvermögen von über 5.000 unumgänglich (bei mindestens 2.000 Sitzplätzen). Drainage und Rasenheizung, möglichst klimafreundlich, würden zur Saison 2027/28 Pflicht, Aufsteiger müssten gegebenenfalls Ausweichstadien benennen.
Wie soll die Nachwuchsarbeit besser werden?
«Wir müssen schauen, dass wir diese Talentförderung auf das nächste Level heben», hatte Bundestrainer Christian Wück nach dem verlorenen EM-Halbfinale gegen Spanien gefordert, «der Verband plus die Vereine». Ihn dürfte also freuen, dass die Bundesligisten von der kommenden Saison an sogenannte DFB-Talentförderzentren für Juniorinnen führen müssen. Zur Spielzeit 2027/2028 dann sogar Leistungszentren mit strengeren Vorgaben für Personal oder Infrastruktur. Für Aufsteiger gilt in beiden Fällen eine Schonfrist von einem Jahr. Erst mal aber muss sich die FBL GmbH gründen - sonst könnten viele Vorgaben mangels Finanzierung auf der Strecke bleiben.
Quelle
Union-Chefin zum Streit mit DFB: «Tür nie zu»
![[Bild: s_2184_368_2012_1.jpg]](https://www.soccerdonna.de/static/bilder_sd/spielerfotos/s_2184_368_2012_1.jpg)
©1. FFC Turbine Potsdam
Kommt es doch noch zur Gründung einer GmbH mit der Bundesliga und dem Deutschen Fußball-Bund? Union Berlins Jennifer Zietz fordert mutige Schritte.
Jennifer Zietz sieht im Streit zwischen der Bundesliga und dem DFB noch Chancen, dass es zum ursprünglich geplanten Joint Venture kommt. «Es ist alles offen, die Tür ist nie zu. Es braucht mutige Schritte. Es geht um eine schnelle Entwicklung des Frauenfußballs und je mehr kompetente Personen dazu beitragen, desto besser», sagte die Geschäftsführerin Profifußball Frauen beim 1. FC Union Berlin im dpa-Gespräch.
Anfang Dezember war im Deutsche Bank Park in Frankfurt/Main der Ligaverband (Frauen-Bundesliga FBL e.V.) gegründet worden. Ursprünglich sollte die Veranstaltung am Campus des Deutschen Fußball-Bundes stattfinden und in eine FBL GmbH mit dem Verband münden. Dazu kam es aber nicht.
Scharfe Kritik aus München und Frankfurt
Vor allem Eintracht-Boss Axel Hellmann und Bayern Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatten den DFB im Vorfeld öffentlich kritisiert. Beim Verband fühlt man sich ob des medialen Rundumschlags brüskiert. Am 26. Januar sollen nun in Frankfurt am Main die Verhandlungen zwischen den 14 Vereinen mit ihrer neuen Ligaverbandspräsidentin Katharina Kiel (Eintracht) und dem DFB wieder aufgenommen werden.
«Zum Zeitpunkt der Gründung des Ligaverbandes war es nicht möglich, mit dem DFB zusammenzuarbeiten. Wir Vereine sind uns sehr einig. Im Moment haben wir einen Player weniger am Tisch, der auch erst die Landesverbände hinter sich bringen muss», sagte Zietz, früher Nationalspielerin von Turbine Potsdam.
Ein Knackpunkt sind die Stimmrechte
Die 42-Jährige sagte zu einem der Streitpunkte: «Wenn die Vereine so viel investieren, dann ist es auch klar, dass sie am Ende die Stimmenmehrheit haben sollten. Das ist einer der ausschlaggebenden Punkte in den Verhandlungen mit dem DFB.» Der Verband, der das Joint Venture komplett finanzieren würde, fordert bei vielen Themen Mitspracherechte.
Zietz verweist auf die Entwicklung der Union-Fußballerinnen, die 2025 aufgestiegen waren: «Unser Präsident Dirk Zingler hat klar zum Ausdruck gebracht, dass wir für die Frauen im Fußball die gleichen Bedingungen wie bei den Männern anstreben. Wir wollen aber keinen Männerfußball 2.0 und es geht auch nicht um das gleiche Geld.» Es gehe um die angemessene Wertschätzung für Spielerinnen, von denen manche im Oberhaus noch nicht mal den gesetzlichen Mindestlohn beziehen würden.
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21.01.2026 - 17:50 Uhr | News | Quelle: sd | von: eb
FannetzwerkFF positioniert sich gegen Montagsspiele in der Bundesliga
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Kurz vor der anstehenden Ausschreibung der neuen TV-Rechte für die Frauen-Bundesliga hat sich das FannetzwerkFF mit einem offenen Protestbrief klar gegen Montagsspiele positioniert. Unter dem Motto „Alle vereint – gegen Montagsspiele“ richtet sich der Zusammenschluss organisierter und unorganisierter Fans der Frauen-Bundesligisten an Vereine, Verband und Liga.
In dem Schreiben betont das Fannetzwerk zunächst das wachsende Interesse am Frauenfußball – sowohl international als auch in Deutschland. Gleichzeitig verweisen die Fans auf die zentrale Rolle der Zuschauenden im Stadion, die in den vergangenen Jahren zu einer vielfältigen und lebendigen Fankultur beigetragen hätten. Diese Entwicklung werde von Vereinen und Verbänden regelmäßig hervorgehoben und beworben.
Mit zunehmender Kritik beobachten die Unterzeichnenden jedoch die Spieltagsgestaltung, insbesondere die Ansetzungen am Montagabend. Diese stellten für viele Fans eine erhebliche Hürde dar. Laut dem Fannetzwerk erschweren Montagsspiele Auswärtsfahrten, führten zu Urlaubs- oder Übernachtungskosten und machten Stadionbesuche für Familien, Kinder und Jugendmannschaften – eine wichtige Zielgruppe im Frauenfußball – nahezu unmöglich. Auch für Heimfans sei ein Stadionbesuch an einem regulären Montagabend oft nur schwer umsetzbar.
Darüber hinaus thematisiert das Schreiben die Auswirkungen auf die Atmosphäre in den Stadien. Fußball lebe von regionaler Nähe, Auswärtsfahrten und aktiver Unterstützung, heißt es. Spiele ohne oder mit deutlich weniger Fans würden diesen Charakter gefährden. Kritik äußern die Fans auch an den Fernseh-Anstoßzeiten: Die Verlegung von Montagsspielen auf 18 Uhr werfe Fragen zur Vereinbarkeit mit dem Alltag vieler Zuschauerinnen und Zuschauer auf – sowohl im Stadion als auch vor dem Fernseher.
Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Vergabe der Medienrechte befürchtet das Fannetzwerk, dass Montagsspiele weiterhin Teil der Spieltagsplanung bleiben könnten. Entsprechend formulieren die Fans eine klare Forderung: Vereine, DFB und die neu gegründete Frauen-Bundesliga (FBL) sollen sich eindeutig gegen Montagsspiele positionieren und ein „Commitment zu den Fans“ zeigen.
Der Protest reiht sich in eine grundsätzliche Debatte ein, die den Frauen- wie auch den Männerfußball seit Jahren begleitet: das Spannungsfeld zwischen medialer Vermarktung, Reichweitensteigerung und den Bedürfnissen der aktiven Fans vor Ort. Wie die Verantwortlichen diese Interessen künftig gewichten, dürfte auch im Zuge der neuen TV-Rechte eine zentrale Rolle spielen.
Quelle
21.01.2026 - 22:00 Uhr | News | Quelle: dpa
Machtkampf um Profistrukturen geht weiter
![[Bild: bl1.jpg]](https://www.soccerdonna.de/static/bilder_sd/spielerfotos/bl1.jpg)
Neue Jobs, mehr Geld, größere Stadien - der Machtpoker zwischen DFB und Clubs geht in die nächste Runde. Was hinter den Kulissen wirklich auf dem Spiel steht.
Der Knall im Dezember war gewaltig, das gegenseitige Vertrauen schwer zerrüttet. Nach dem öffentlich eskalierten Streit zwischen Clubs und Deutschem Fußball-Bund (DFB) um die Professionalisierung des Frauenfußballs kehren beide Seiten am Montag in Frankfurt zurück an den Verhandlungstisch. Im Ringen um Macht und Millionen soll doch noch ein gemeinsames Joint Venture entstehen.
Der Deutschen Presse-Agentur liegen Entwürfe vor, die veranschaulichen, wie die Zukunft der Bundesliga-Fußballerinnen ausschauen könnte. Oder zu platzen droht, falls die Einigung ausbleibt. Die wichtigsten Fragen vorab:
Wer sitzt am Verhandlungstisch?
Der im Dezember gegründete Ligaverband - er vertritt die Interessen der 14 Erstligisten - schickt eine neunköpfige Gruppe. Neben den bisher aus dem Männerfußball prominenten Chefverhandlern um Axel Hellmann (Vorstandsprecher Eintracht Frankfurt), Jan-Christian Dreesen (Vorstandschef FC Bayern München), Oliver Leki (Finanzvorstand SC Freiburg) und Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry zählen auch Katharina Kiel (Eintracht Frankfurt), Florian Zeutschler (SGS Essen) und Veronica Saß (FC Bayern) dazu.
Kiel als Präsidentin, Saß (1. Vizepräsidentin) und Zeutschler (2. Vizepräsident) bilden die Spitze des Ligaverbandes. Zwei weitere Club-Vertreter runden das Aufgebot ab. Für den DFB verhandeln federführend Generalsekretär Holger Blask und Schatzmeister Stephan Grunwald.
Was steckt hinter der Idee des Joint Ventures?
Einigen sich DFB und Ligaverband trotz verfahrener Lage, entstünde als Joint Venture die Frauen-Bundesliga GmbH, kurz: FBL GmbH. Die wäre schon vom 1. Juli an dafür verantwortlich, Kernthemen der Liga wie Vermarktung oder Nachwuchsförderung kräftig anzukurbeln. In der FBL GmbH hätten Ligaverband und DFB je drei Sitze, eine zentrale Aufgabe des Sechser-Gremiums wäre es, die Geschäftsführung zu berufen.
Finanzier ist der DFB: Knapp über 100 Millionen Euro sagte der Verband für die nächsten acht Jahre zu. Etwa die Hälfte flösse direkt an die Clubs, die andere in das Gemeinschaftsunternehmen. Weitere rund 25 Millionen Euro über denselben Zeitraum soll die 2. Liga erhalten, die der DFB in vier bis fünf Jahren in die FBL integrieren will.
Worüber wird gestritten?
Vor allem ist offen, wer in der angedachten Partnerschaft was zu bestimmen hat. Nach dpa-Informationen geht es um eine Liste von 20 Punkten und die Frage, bei welchen der DFB mitbestimmt und bei welchen die Liga praktisch durchregieren dürfte. Beim Verband herrscht die Meinung vor, dass es angesichts der 100-prozentigen Joint-Venture-Finanzierung nur logisch sei, auf Mitspracherechte zu bestehen.
Club-Verantwortliche argumentieren, insbesondere die Vereine müssten die konkreten Maßnahmen vor Ort finanzieren - und gehen für die gesamte Liga von Ausgaben über mehrere hundert Millionen Euro aus. «Wenn die Vereine so viel investieren, dann ist es auch klar, dass sie am Ende die Stimmenmehrheit haben sollten. Das ist einer der ausschlaggebenden Punkte in den Verhandlungen mit dem DFB», sagt etwa Jennifer Zietz, Geschäftsführerin von Union Berlin.
Auch inhaltlich ist trotz detailreicher Professionalisierungspläne längst nicht alles ausverhandelt. Nicht umsonst wird so hart um die Macht gerungen. Die große DFB-Sorge: Ohne Vetorecht könnten die neuen Standards wieder geschliffen werden.
Was ist beim Mindestgrundgehalt geplant?
Nahezu unstrittig: Kommt das Joint Venture, wird ein Mindestgrundgehalt von 3.000 Euro (brutto) eingeführt. Die Maßnahme sei «ein entscheidender Schritt hin zum Berufsbild 'Profifußballerin'», heißt es in dem - auch Zweitligisten vorliegenden - Entwurf für die dann neu zu erfüllenden Richtlinien des Bundesliga-Lizenzierungsverfahrens. Aktuell verdient eine Bundesliga-Fußballerin durchschnittlich zwar rund 4.500 Euro, einige Spielerinnen liegen aber noch deutlich darunter.
Wie würde sich der Trainer- und Betreuerstab verändern?
Profibedingungen, sprich Vollzeitstellen, müssten die Clubs schrittweise auch für Co- und Torwarttrainerinnen sowie Spielanalysten und Sportpsychologen schaffen. Die Betreuung durch Ärztinnen und Physiotherapeuten soll den Plänen zufolge ebenso ausgebaut werden wie der Club-Apparat insgesamt. Jeder Erstligist bräuchte jeweils in Vollzeit einen Sportlichen Leiter, Teammanager, Social-Media-Manager und «Fan-Gewinnungs»-Manager. Auch müssten Ernährungsberater und Scouts angemeldet werden.
Welche Vorgaben gäbe es bei der Stadioninfrastruktur?
Die Anforderungen an ein bundesligataugliches Stadion würden gewaltig steigen, statt 2.000 wären künftig über 5.000 Plätze nötig - davon mindestens 300 Sitzplätze, wovon die Hälfte überdacht sein müsste. Es sollen aber Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen gelten, zumindest bis zur Saison 2031/32. Ab dann wäre für jeden Bundesligisten ein Fassungsvermögen von über 5.000 unumgänglich (bei mindestens 2.000 Sitzplätzen). Drainage und Rasenheizung, möglichst klimafreundlich, würden zur Saison 2027/28 Pflicht, Aufsteiger müssten gegebenenfalls Ausweichstadien benennen.
Wie soll die Nachwuchsarbeit besser werden?
«Wir müssen schauen, dass wir diese Talentförderung auf das nächste Level heben», hatte Bundestrainer Christian Wück nach dem verlorenen EM-Halbfinale gegen Spanien gefordert, «der Verband plus die Vereine». Ihn dürfte also freuen, dass die Bundesligisten von der kommenden Saison an sogenannte DFB-Talentförderzentren für Juniorinnen führen müssen. Zur Spielzeit 2027/2028 dann sogar Leistungszentren mit strengeren Vorgaben für Personal oder Infrastruktur. Für Aufsteiger gilt in beiden Fällen eine Schonfrist von einem Jahr. Erst mal aber muss sich die FBL GmbH gründen - sonst könnten viele Vorgaben mangels Finanzierung auf der Strecke bleiben.
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Ich glaub ich bin eine Signatur 
Denken ist die schwerste Aufgabe ...deshalb befassen sich so wenige damit!

