15.02.2026 - 12:14
16.10.2024 - 21:46 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: Emilie Bitsch
Frauenfußball hat sich in die Moderne entwickelt
![[Bild: t_126812_442_2012_1.jpg]](https://www.soccerdonna.de/static/bilder_sd/spielerfotos/t_126812_442_2012_1.jpg)
©privat
Rainer Hannig (48), ehemaliger Co-Trainer des SC Sand und A-Lizenz-Inhaber, spricht im Interview über seine Erfahrungen als Trainer und Spieler, seine Leidenschaft für den Frauenfußball und seine Zukunftsvisionen.
Soccerdonna: Herr Hannig, in Ihrer Spielerkarriere sind Sie viel umher gekommen. Bis auf drei Ausnahmen blieben Sie nie länger als zwei Jahre. Was waren Ihre Gründe?
Rainer Hannig: Es waren in den meisten Fällen familiäre Gründe.
Soccerdonna: Nur persönliche und keine sportlichen Gründe?
Rainer Hannig: Nein, nur persönliche Gründe. Allerdings waren viele Stationen mit der Arbeit verbunden. Ab 2009 wollte ich unabhängig auf eigenen Beinen stehen und habe elf Jahre als Kraftfahrer gearbeitet. Für den SC Sand habe ich 2020 nochmals den Job gewechselt. Somit konnte der Beruf mit den Trainingseinheiten am Mittag vereinbart werden.
Soccerdonna: Welche Erfahrungen haben Sie durch die Wechsel zu verschiedenen Vereinen gemacht und was haben Sie davon mitgenommen?
Rainer Hannig: Ich durfte, egal ob als Spieler oder Trainer, bei jedem Verein irgendwas mitnehmen, was auch positiv für mein Privatleben war. Nichtsdestotrotz hätte ich mir natürlich gewünscht, ein Stück weit länger sesshaft irgendwo zu sein.
Soccerdonna: Warum haben Sie sich entschieden, während Ihrer Spielerkarriere männliche Mannschaften zu trainieren? Nicht alle gehen den Weg, während oder nach der Karriere Trainer zu werden.
Rainer Hannig: Ich war all die Jahre Fußballer mit Leib und Seele, arbeite sehr gerne mit Menschen zusammen und wollte einfach etwas aus meiner Karriere weitergeben. Durch den Sportlichen Leiter Sascha Reiß bekam ich die Möglichkeit, beim SC Sand in der Frauen-Bundesliga und dann in der 2. Bundesliga als Assistenztrainer zu arbeiten. Dies endete nach fast vier Jahren im März 2024. Jedoch hat mir das in den letzten vier Jahre so viel Spaß gemacht, dass ich mir aktuell nicht vorstellen kann, eine Männermannschaft zu trainieren. Ich möchte sehr gerne im Frauenbereich arbeiten.
Soccerdonna: Die letzte offizielle News über Sie beim SC Sand ist, dass Sie sich eine Auszeit für Ihre A-Lizenz nehmen. Warum haben Sie sich dann getrennt?
Rainer Hannig: Ich habe im August 2023 mit der Ausbildung zur UEFA A-Lizenz begonnen, dies war mit drei Präsenztagen pro Monat in Duisburg und verbunden mit der Arbeit sehr zeitintensiv. Kurz vor Abschluss der Lizenz, nach Niederlagen gegen Potsdam und Andernach, wollte der Verein andere sportliche Wege gehen. Ich habe mich dann in der Folge zurückgezogen und mich auf meine Lizenz konzentriert sowie der Mannschaft mit Alex die Möglichkeit gegeben, doch noch den Aufstieg zu realisieren. Danach hieß es, ich könnte in einer anderen Funktion tätig sein. So bin ich aktuell ehrenamtlich Trainer der U16, bei der auch meine Tochter spielt. Wenn ich eine Möglichkeit habe, einen Trainerjob im Frauenfußball zu bekommen, bin ich für einen anderen Verein frei. Aktuell mache ich das wegen meiner Tochter.
Soccerdonna: Sportliche Differenzen waren also der Grund?
Rainer Hannig: Ich sage mal so, es gab und gibt keine Differenzen zwischen mir und Cheftrainer Alex Fischinger oder dem Verein, aber es gab unterschiedliche sportliche Ansichten. Das war dann für mich okay. Ich hätte mir vom Verein am Ende der Saison eine Verabschiedung gewünscht, leider traf dies bis heute nicht ein. Somit ist es für mich unheimlich schwierig, jetzt Fuß zu fassen, wenn niemand weiß, dass ich auf dem Markt bin.
Soccerdonna: Haben Sie seitdem Ihr Ex-Trainerteam oder Ihre Spielerinnen gesehen?
Rainer Hannig: Ich sehe sie nach wie vor, pflege ein gutes und intaktes Verhältnis zu Trainerteam und den Mädels. Ich pflege weiterhin den Kontakt zum Verein, jedoch auf eine andere Art und Weise als in den letzten vier Jahren.
Soccerdonna: Das heißt, Sie verfolgen weiterhin die Spiele vom SC Sand?
Rainer Hannig: Natürlich, wenn’s die Zeit erlaubt, gehe ich zu den Heimspielen. Beim letzten Heimspiel gegen Union Berlin habe ich mich gefreut, eine Ex-Spielerin, Fatma Sakar, die jetzt bei Union spielt, gesehen zu haben.
Soccerdonna: Um nun auch etwas über Sie zu erfahren. Sind Sie lieber Trainer oder Co-Trainer?
Rainer Hannig: Durch die Arbeit mit Nora Häuptle, aktuell Nationaltrainerin in Ghana, Matthias Frieböse und Alex Fischinger durfte ich viel lernen, jetzt ist allerdings die Zeit gekommen, meine eigene Geschichte als Headcoach zu schreiben.
Soccerdonna: Was ist denn Ihr Trainerstil? Was zeichnet Sie aus?
Rainer Hannig: Ich finde, dass der Frauenfußball sich in den letzten Jahren so in die Moderne entwickelt hat, dass es sich auch auf den Trainerbereich übertragen hat. Das fasziniert mich natürlich. Das ist das, was ich jetzt gerne umsetzen möchte.
Soccerdonna: Durch Ihre A-Lizenz haben Sie nun weit mehr Möglichkeiten, in anderen Ligen zu arbeiten. Haben Sie bereits irgendwelche Vereine im Auge, sei es in Deutschland oder im Ausland? Können Sie sich etwas vorstellen?
Rainer Hannig: Zu Beginn meiner A-Lizenz hat diese noch ausgereicht, um die Frauen-Bundesliga zu trainieren. Während meiner A-Lizenz hat der DFB dies neu reformiert, jetzt wird die UEFA-Pro-Lizenz benötigt. Ziel ist es natürlich, erstmal Fuß zu fassen, um die nächsten Schritte zu gehen und dann später die UEFA-Pro-Lizenz nachmachen zu können. Aufgrund der zuvor erwähnten Situation, erhoffe ich mir durch dieses Interview, sichtbar für einen Trainerjob im Frauenfußball zu werden, egal ob es in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist. Ich möchte meinen Traum als Trainer in den höheren Klassen verwirklichen. Ich bin somit nicht gebunden, hier in Deutschland zu bleiben.
Soccerdonna: Welche Anforderungen hat die UEFA-Pro-Lizenz?
Rainer Hannig: Die Vorgabe des DFB ist, mit der A-Lizenz Minimum drei Jahre mindestens in der 2. Frauen-Bundesliga oder in der Herren-Regionalliga zu trainieren, um sich dann wieder bewerben zu dürfen. Mein Ziel ist ganz klar, einen Verein zu finden, wo ich sage, das passt für mich und wo ich auch auf diesem Niveau arbeiten kann.
Soccerdonna: Gab es bereits Gespräche mit anderen Vereinen?
Rainer Hannig: Ich habe aktuell Gespräche mit einem ambitionierten Regionalligisten sowie einer Mannschaft aus der 2. Bundesliga. Es ist aber alles noch zu frisch, um Prognosen aufzustellen.
Soccerdonna: Warum wollen Sie weiterhin unbedingt Frauenmannschaften trainieren? Was fasziniert Sie an Frauenfußball?
Rainer Hannig: Ich fand das Arbeiten in Sand mit den Frauen sehr angenehm. Sie sind sehr wissbegierig, diszipliniert aber auch sehr fordernd, mehr als Männer. Das ist eigentlich der Hauptgrund, wo ich sage: Deswegen möchte ich gerne im Frauenbereich bleiben.
Soccerdonna: Was würden Sie sich wünschen, damit der Frauenfußball sichtbarer wird, als er jetzt ist?
Rainer Hannig: Was würde ich mir wünschen? Ja, dass die Vereine das bekommen, was sie verdienen. Sie haben die gleiche Intensität wie im Herrenbereich, sind aber total unterbezahlt. Da sollte man schauen, dass man das in naher Zukunft auch ein Stück weit angleichen kann. Das würde ich mir wünschen, weil ich finde, Frauen leisten genauso viel.
Quelle
29.10.2024 - 21:27 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: Nadine Dietzel
Wollen die beste U20 der 2. Bundesliga sein
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©Eintracht Frankfurt
Im Interview mit Soccerdonna spricht Mia Rodach (17), Spielerin der U20-Mannschaft von Eintracht Frankfurt über die Herausforderung, Schule und Leistungssport zu vereinen, den Sieg gegen den Aufstiegskandidaten Union Berlin und ihre Saisonziele. Sie gibt Einblicke in den Umgang mit mentalem Druck und berichtet zudem von ihrem Wechsel zur Eintracht.
Soccerdonna: Vielen Dank Mia, dass Du Dir die Zeit für uns nimmst. Herzlichen Glückwunsch zum Sieg über Union Berlin. Ihr habt einen großen Erfolg feiern können. Was war der spielentscheidende Faktor bei Euch?
Mia Rodach: Ich würde sagen, spielentscheidend war, wie wir unsere Spieleröffnung angegangen sind. Von hinten raus hat alles perfekt funktioniert und wir haben uns gut nach vorne durch kombiniert. Johanna Berg hat dann mit ihrem rechten „Zauberfuß“ das Tor zum 1:0 erzielt. Das Tor war nicht einfach, und wirklich Respekt auch an sie, dass sie den so getroffen hat. Anschließend haben wir noch das 2:0 gemacht, was sehr wichtig war, da Union Berlin zum Schluss noch einen Anschlusstreffer erzielte, aber auch unsere Defensive war an dem Tag ansonsten stabil und hat nicht so viel zugelassen.
Soccerdonna: Welche Ziele habt Ihr Euch als Mannschaft für diese Saison gesetzt?
Mia Rodach: Als Saisonziel haben wir uns als Team vorgenommen, dass wir wie in der Vorsaison am Ende wieder die beste U20-Mannschaft der 2. Bundesliga werden wollen und natürlich frühzeitig den Klassenerhalt zu schaffen. Ansonsten geht es uns auch darum, dass sich Jede individuell, aber auch wir als junge Mannschaft und zusammen weiterentwickeln.
Soccerdonna: Im Sommer 2023 bist Du von der TSG Hoffenheim zur Eintracht gewechselt. Was hat Dich damals zu diesem Schritt bewogen und wie kam der Wechsel zustande?
Mia Rodach: Ich kannte Fritzy (Friederike Kromp) und Sici (Julia Simic) schon von der U16- Nationalmannschaft. Das hat alles auf einmal perfekt gepasst. Zu dem Zeitpunkt war ich noch bei der TSG Hoffenheim in der U17, aber ich habe für mich bemerkt, dass ich persönlich ein bisschen stagniere und eine Veränderung brauchte. Sici und Fritzy kamen damals nach einem Lehrgang auf mich zu und fragten, ob ich mir nicht vorstellen könnte, zur Eintracht zu wechseln. Da habe ich zugestimmt, und so kam der Wechsel zustande. (Im Sommer 2023 wurden Friederike Kromp und Julia Simic Trainerinnen der U20 von Eintracht Frankfurt.)
Soccerdonna: Da Du noch zur Schule gehst, wie gelingt es Dir, die Anforderungen von Sport und Schule miteinander zu vereinbaren?
Mia Rodach: Allgemein würde ich sagen, es ist grundsätzlich recht schwer für Sportler und Sportlerinnen, das alles unter einen Hut zu kriegen, ohne dass eines von beiden leidet. Ich habe täglich Schule, dann geht es direkt danach zum Training und anschließend muss ich noch lernen. Freizeit ist da nur wenig vorhanden. Aber wenn ich sie habe, verbringe ich die Zeit gerne mit Familie und Freunden. Trotzdem schreibe ich gute Noten und kann konzentriert und gut trainieren. Es funktioniert, auch durch die Hilfe meiner Eltern, die mich jetzt jeden Tag mit dem Auto fahren und der Unterstützung im Verein, alles bestmöglich unter einen Hut zu bekommen.
Soccerdonna: Du bist noch relativ jung. Im Sport steht man häufig unter großem Druck, sowohl körperlich als auch mental. Wie gehst Du persönlich mit diesem Druck um, insbesondere auf mentaler Ebene?
Mia Rodach: Diese Saison habe ich jetzt noch nicht so oft von Anfang an gespielt. Ich versuche einfach, das Beste draus zu machen und mein Bestes zu geben, wenn ich reinkomme und dem Team zu helfen. wenn ich drin bin.
Soccerdonna: Du hast einige Spiele für die deutsche U16- und U17-Nationalmannschaft bestritten. Wie war das für Dich, für Deutschland aufzulaufen?
Mia Rodach: Man ist richtig stolz, vor allem, wenn man von Anfang an spielt und die Nationalhymne singt. Man merkt einfach, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Soccerdonna: Welche persönlichen Ziele hast Du Dir für diese Saison gesetzt, und worauf möchtest Du in deiner Entwicklung als Spielerin besonders hinarbeiten? Vielleicht auch mit Fokus auf die Nationalmannschaft?
Mia Rodach: Persönliche Ziele sind auf jeden Fall, im Training so weitermachen, mich verbessern und anbieten für Einsätze, um auch ein bisschen mehr Spielzeit zu bekommen. Nie aufgeben und immer weitermachen lautet das Motto. Bezüglich der Nationalmannschaft möchte ich natürlich beim Sichtungstraining dabei sein und wieder bei einem Kaderlehrgang eingeladen werden.
Soccerdonna: Gibt es eine Spielerin oder einen Spieler, die oder der Dich im Fußball besonders inspiriert?
Mia Rodach: Da würde ich eher sagen, dass wären mein Papa und mein Bruder. Durch die beiden habe ich mit Fußball spielen angefangen. Ich habe früher oft mit ihnen zu Hause trainiert und so hat sich das alles entwickelt. Aber wenn ich jetzt ein Vorbild im Profibereich nennen müsste, wäre das Joshua Kimmich, weil er ein Spieler ist, der nie aufgegeben hat. Frühere Trainer haben ihn kritisiert, aber das hat ihn nur angespornt und ihn auch zu einem besseren Spieler gemacht. Man darf nie aufgeben und muss immer an sich glauben.
Soccerdonna: Was würdest Du jungen Mädchen mit auf den Weg geben, die davon träumen, selbst einmal Fußballerin zu werden?
Mia Rodach: Ich würde ihnen sagen, dass alles aus einem Grund passiert. Wenn man in einem Tief ist, man vielleicht etwas weniger Spielpraxis bekommt, hat das einen Sinn – Gott hat einen Weg für einen vorgezeichnet. Man sollte niemals aufgeben. Wenn man eine Leidenschaft hat, soll man seinen Träumen folgen und einfach durchziehen, egal, in welcher Situation man sich gerade befindet. Und ganz wichtig ist auch, dass man den Spaß dabei nicht verliert.
Quelle
20.11.2024 - 22:16 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: Nadine Dietzel
Das Wichtigste ist, Freude an dem zu haben, was man tut
![[Bild: s_29535_6053_2012_2.jpg]](https://www.soccerdonna.de/static/bilder_sd/spielerfotos/s_29535_6053_2012_2.jpg)
©RB Leipzig
Im Interview mit Soccerdonna gibt Vanessa Fudalla, Leistungsträgerin bei RB Leipzig, spannende Einblicke in die Herausforderung, ihr Sportmanagement-Studium an der Universität Leipzig mit dem Profifußball zu vereinen. Außerdem teilt sie die Erinnerungen an ihre Zeit in der Junioren-Nationalmannschaft, ihre Ziele für die laufende Saison und wertvolle Ratschläge für junge Spielerinnen, die von einer Karriere im Fußball träumen.
Soccerdonna: Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst! Am Montagabend habt ihr gegen die SGS Essen leider nur einen Punkt geholt. Woran hat es gelegen, dass es am Ende nicht für mehr gereicht hat?*
Vanessa Fudalla: Leider konnten wir nicht die Durchschlagskraft entwickeln, die wir uns vorgenommen hatten. Die SGS Essen hat sich sehr gut auf uns eingestellt und das Spiel größtenteils dominiert, obwohl wir eigentlich den Ballbesitz kontrollieren wollten. Sie haben es gut gemacht, und wir hatten nicht unseren besten Tag. Trotzdem haben wir einen Punkt geholt und die Null gehalten.
Soccerdonna: Am Sonntag spielt Ihr gegen Bayer Leverkusen, einen starken Gegner. Welche Ziele habt ihr euch für das Spiel gesteckt?*
Vanessa Fudalla: Wir gehen in jedes Spiel mit dem Ziel, drei Punkte zu holen – das gilt auch für dieses Spiel. Wir wissen, dass Leverkusen einen sehr guten Saisonstart hingelegt hat und derzeit vor uns steht. Es wird sicherlich schwer, aber wir sind bereit, die Punkte zu holen und unsere Heimserie auszubauen.
Soccerdonna: Mit einer Serie von zehn ungeschlagenen Heimspielen – wie stärkt das Eure Motivation und Euer Selbstvertrauen für die kommenden Begegnungen?
Vanessa Fudalla: So eine Serie ist immer schön zu haben und motiviert uns natürlich, sie weiter auszubauen. Auch die Fans, die bei jedem Spiel dabei sind, geben uns einen zusätzlichen Schub. Es ist einfach großartig, nach dem Spiel gemeinsam mit ihnen feiern zu können.
Soccerdonna: Ihr steht momentan gut in der Tabelle. Welche Ziele habt ihr euch für den Rest der Saison gesetzt und was wollt ihr als Team erreichen?
Vanessa Fudalla: Unser Ziel war es vor allem, besser zu sein und mehr Punkte zu holen als in der letzten Saison. Da sind wir auch auf einem sehr guten Weg. Wir wollen einfach sehen, was alles möglich ist und uns stetig verbessern. Wir machen uns keinen Druck.
Soccerdonna: Das frühe Ausscheiden aus dem DFB-Pokal war sicherlich eine Enttäuschung. Wie hat das Team diesen Rückschlag verarbeitet?
Vanessa Fudalla: Wir konnten das recht schnell abhaken. Es war früh in der Saison und wir mussten uns erst einmal finden – auch mit dem neuen Trainer. Im nächsten Spiel gegen Bayern haben wir gleich eine gute Reaktion gezeigt, besonders in der ersten Halbzeit. Natürlich haben wir am Ende verloren, aber wir haben ein gutes Spiel gemacht. Das Thema ist für uns längst erledigt.
Soccerdonna: Mit Jonas Stephan habt Ihr seit dieser Saison einen neuen Trainer. Welche Veränderungen haben sich durch seine Arbeit im Team ergeben?
Vanessa Fudalla: Unser Ziel ist jetzt, viel mehr Ballbesitzfußball zu spielen. Letztes Jahr haben wir uns eher darauf konzentriert, das Spiel des Gegners zu stören und darauf zu reagieren. Jetzt wollen wir selbst mehr am Ball sein, kreative Lösungen finden und ein flaches Passspiel aufziehen. Damit wollen wir mehr und mehr mit den starken Teams mithalten. Ich denke, dass wir das bisher auch schon häufig gezeigt haben.
Soccerdonna: Du bist seit mehreren Jahren Top-Torschützin bei RB Leipzig – was ist das Geheimnis deines Erfolgs?
Vanessa Fudalla: Als ich damals nach Leipzig kam, war ich eigentlich nicht immer Stürmerin. Früher habe ich oft auf der Zehn gespielt. Dann hatte man gemerkt, dass es mit dem Tore schießen ganz gut funktioniert. Mein linker Fuß ist stark und ich habe gemerkt, dass ich einen guten Distanzschuss habe, den ich immer mal wieder einsetzen kann. Außerdem setzen mich meine Mitspielerinnen oft gut in Szene, sodass ich die Chancen nutzen kann. Ich hoffe, dass ich weiterhin bei Leipzig Tore schießen kann.
Soccerdonna: In dieser Saison hast Du bereits fünf Tore geschossen und teilst mit sechs anderen Spielerinnen den dritten Platz der besten Torschützinnen. Vergangene Saison bist Du sogar Vierte geworden mit zehn Toren. Was ist dein Ziel in dieser Saison?
Vanessa Fudalla: Letzte Saison habe ich mir kein konkretes Ziel gesetzt und das hat ganz gut funktioniert. Deshalb mache ich das auch dieses Mal so. Natürlich will ich mich im Vergleich zur vergangenen Spielzeit verbessern. Es wäre cool, wieder eine zweistellige Anzahl an Toren zu erreichen und vielleicht ein, zwei Tore mehr auf mein Konto zu bringen. Auch ein paar Assists wären schön. Insgesamt will ich einfach mit guten Leistungen dem Team helfen – die Tore kommen dann von allein. Aber ein festes Ziel habe ich nicht.
Soccerdonna: Gibt es eine Spielerin oder einen Spieler, die oder der Dich im Fußball besonders inspiriert?
Vanessa Fudalla: Mein Idol war schon immer Lionel Messi. Er passt auch perfekt zu meinem Spielstil – klein, Linksfuß und technisch stark. Irgendwie habe ich schon immer versucht, so viel wie möglich von ihm abzuschauen.
Soccerdonna: Wie bist Du zum Fußball gekommen und was hat dich dazu inspiriert, diesen Weg einzuschlagen?
Vanessa Fudalla: Tatsächlich war es so, dass meine Eltern auch Fußball gespielt haben – nicht professionell, aber sie haben immer gern gekickt. Sie haben mir dann einen kleinen Ball geschenkt und seitdem war ich nicht mehr davon loszukriegen. Ich wollte jeden Tag mit ihnen auf den Fußballplatz. Mein bester Freund war damals auch in einer Fußballmannschaft und natürlich wollte ich dann auch dabei sein. Seitdem ist Fußball ein fester Teil meines Lebens und ich könnte mir einen Tag ohne Fußball gar nicht mehr vorstellen.
Soccerdonna: Gab es jemanden, der dich auf deinem Weg zum Fußball besonders unterstützt hat?
Vanessa Fudalla: Ja, meine Eltern. Als ich damals zu Bayern München gewechselt bin, bin ich nicht dorthin gezogen. Stattdessen haben sie mich jedes Mal eineinhalb Stunden zum Training gefahren und dann wieder zurück. Ohne meine Eltern hätte ich keine Chance gehabt, heute hier zu stehen.
Soccerdonna: Was war bisher der größte Erfolg in deiner Fußballkarriere?
Vanessa Fudalla: Die Erlebnisse mit der Nationalmannschaft, wie die Europameisterschaft der U17 und die Weltmeisterschaft in Uruguay, waren ganz besonders. Außerdem bin ich mit dem FC Bayern München und mit Leipzig Zweitliga-Meister geworden und bin mit Leipzig dazu noch aufgestiegen. Das sind einige meiner größten Erfolge, ebenso wie das Erreichen des Pokal-Halbfinales mit RB Leipzig als Zweitligist.
Soccerdonna: Wie hast Du es erlebt, in so jungen Jahren für die Juniorinnen-Nationalmannschaft zu spielen? Welche Eindrücke und Erfahrungen haben dich dabei am meisten geprägt?
Vanessa Fudalla: Das sind auf jeden Fall unglaublich schöne Erfahrungen. Besonders, wenn man das erste Mal die Nationalhymne singt – das sind wirklich besondere Momente. Es ist auch toll, mit Spielerinnen aus verschiedenen Vereinen, den besten aus den jeweiligen Ligen, gemeinsam auf dem Platz zu stehen. Man sieht viele Länder, spielt gegen internationale Teams und erlebt ein ganz anderes Niveau, bei dem man viel dazulernt. Die Nationalmannschaft ist definitiv immer etwas Besonderes.
Soccerdonna: Auf welcher Position fühlst du dich am wohlsten? Hilft es dir grundsätzlich in deinem Spiel, physisch starke Spielerinnen an deiner Seite zu haben?
Vanessa Fudalla: Ich sehe mich am liebsten auf der Zehn. Wenn ich jemanden neben mir habe, der die Bälle festmachen und prallen lassen kann, ist das auf jeden Fall ein Vorteil. Ich habe sowohl mit Spielerinnen gespielt, die eine ähnliche Struktur wie ich haben, als auch mit physisch stärkeren Spielerinnen. Ich denke, ich komme mit beiden Spielertypen gut klar.
Soccerdonna: Arbeitest oder studierst du neben dem Fußball? Wie gelingt es dir, das mit deinem Training und den Spielen zu verbinden?
Vanessa Fudalla: Ich studiere derzeit Sportmanagement. Es ist manchmal ein bisschen schwierig, weil ich hier an der Universität Leipzig studiere und sich das Studium gelegentlich mit dem Training überschneidet, wenn Vorlesungen und Training gleichzeitig stattfinden. Ich versuche, so oft wie möglich zu den Vorlesungen zu gehen und lerne für die Prüfungen dann in den freien Zeiten, wenn gerade kein Training ist. Irgendwie bekomme ich das dann schon hin.
Soccerdonna: Wie oft habt Ihr Training?
Vanessa Fudalla: Wir haben eigentlich jeden Tag Training, außer an einem freien Tag pro Woche. Manchmal trainieren wir sogar zweimal am Tag, je nach Plan.
Soccerdonna: Welchen Rat würdest Du jungen Mädchen geben, die davon träumen, eines Tages selbst Fußballerin zu werden?
Vanessa Fudalla: Haltet an euren Zielen fest und gebt nicht auf. Auch ich habe viele Rückschläge erlebt, aber es ist wichtig, sich davon nicht bremsen zu lassen. Glaubt an euch, macht immer weiter und verliert nie den Spaß am Spiel. Das Wichtigste ist, Freude an dem zu haben, was man tut und jedes Training zu genießen. Der Rest kommt dann von allein.
*Interview wurde vor Bayer Leverkusen Spiel aufgezeichnet
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Frauenfußball hat sich in die Moderne entwickelt
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Rainer Hannig (48), ehemaliger Co-Trainer des SC Sand und A-Lizenz-Inhaber, spricht im Interview über seine Erfahrungen als Trainer und Spieler, seine Leidenschaft für den Frauenfußball und seine Zukunftsvisionen.
Soccerdonna: Herr Hannig, in Ihrer Spielerkarriere sind Sie viel umher gekommen. Bis auf drei Ausnahmen blieben Sie nie länger als zwei Jahre. Was waren Ihre Gründe?
Rainer Hannig: Es waren in den meisten Fällen familiäre Gründe.
Soccerdonna: Nur persönliche und keine sportlichen Gründe?
Rainer Hannig: Nein, nur persönliche Gründe. Allerdings waren viele Stationen mit der Arbeit verbunden. Ab 2009 wollte ich unabhängig auf eigenen Beinen stehen und habe elf Jahre als Kraftfahrer gearbeitet. Für den SC Sand habe ich 2020 nochmals den Job gewechselt. Somit konnte der Beruf mit den Trainingseinheiten am Mittag vereinbart werden.
Soccerdonna: Welche Erfahrungen haben Sie durch die Wechsel zu verschiedenen Vereinen gemacht und was haben Sie davon mitgenommen?
Rainer Hannig: Ich durfte, egal ob als Spieler oder Trainer, bei jedem Verein irgendwas mitnehmen, was auch positiv für mein Privatleben war. Nichtsdestotrotz hätte ich mir natürlich gewünscht, ein Stück weit länger sesshaft irgendwo zu sein.
Soccerdonna: Warum haben Sie sich entschieden, während Ihrer Spielerkarriere männliche Mannschaften zu trainieren? Nicht alle gehen den Weg, während oder nach der Karriere Trainer zu werden.
Rainer Hannig: Ich war all die Jahre Fußballer mit Leib und Seele, arbeite sehr gerne mit Menschen zusammen und wollte einfach etwas aus meiner Karriere weitergeben. Durch den Sportlichen Leiter Sascha Reiß bekam ich die Möglichkeit, beim SC Sand in der Frauen-Bundesliga und dann in der 2. Bundesliga als Assistenztrainer zu arbeiten. Dies endete nach fast vier Jahren im März 2024. Jedoch hat mir das in den letzten vier Jahre so viel Spaß gemacht, dass ich mir aktuell nicht vorstellen kann, eine Männermannschaft zu trainieren. Ich möchte sehr gerne im Frauenbereich arbeiten.
Soccerdonna: Die letzte offizielle News über Sie beim SC Sand ist, dass Sie sich eine Auszeit für Ihre A-Lizenz nehmen. Warum haben Sie sich dann getrennt?
Rainer Hannig: Ich habe im August 2023 mit der Ausbildung zur UEFA A-Lizenz begonnen, dies war mit drei Präsenztagen pro Monat in Duisburg und verbunden mit der Arbeit sehr zeitintensiv. Kurz vor Abschluss der Lizenz, nach Niederlagen gegen Potsdam und Andernach, wollte der Verein andere sportliche Wege gehen. Ich habe mich dann in der Folge zurückgezogen und mich auf meine Lizenz konzentriert sowie der Mannschaft mit Alex die Möglichkeit gegeben, doch noch den Aufstieg zu realisieren. Danach hieß es, ich könnte in einer anderen Funktion tätig sein. So bin ich aktuell ehrenamtlich Trainer der U16, bei der auch meine Tochter spielt. Wenn ich eine Möglichkeit habe, einen Trainerjob im Frauenfußball zu bekommen, bin ich für einen anderen Verein frei. Aktuell mache ich das wegen meiner Tochter.
Soccerdonna: Sportliche Differenzen waren also der Grund?
Rainer Hannig: Ich sage mal so, es gab und gibt keine Differenzen zwischen mir und Cheftrainer Alex Fischinger oder dem Verein, aber es gab unterschiedliche sportliche Ansichten. Das war dann für mich okay. Ich hätte mir vom Verein am Ende der Saison eine Verabschiedung gewünscht, leider traf dies bis heute nicht ein. Somit ist es für mich unheimlich schwierig, jetzt Fuß zu fassen, wenn niemand weiß, dass ich auf dem Markt bin.
Soccerdonna: Haben Sie seitdem Ihr Ex-Trainerteam oder Ihre Spielerinnen gesehen?
Rainer Hannig: Ich sehe sie nach wie vor, pflege ein gutes und intaktes Verhältnis zu Trainerteam und den Mädels. Ich pflege weiterhin den Kontakt zum Verein, jedoch auf eine andere Art und Weise als in den letzten vier Jahren.
Soccerdonna: Das heißt, Sie verfolgen weiterhin die Spiele vom SC Sand?
Rainer Hannig: Natürlich, wenn’s die Zeit erlaubt, gehe ich zu den Heimspielen. Beim letzten Heimspiel gegen Union Berlin habe ich mich gefreut, eine Ex-Spielerin, Fatma Sakar, die jetzt bei Union spielt, gesehen zu haben.
Soccerdonna: Um nun auch etwas über Sie zu erfahren. Sind Sie lieber Trainer oder Co-Trainer?
Rainer Hannig: Durch die Arbeit mit Nora Häuptle, aktuell Nationaltrainerin in Ghana, Matthias Frieböse und Alex Fischinger durfte ich viel lernen, jetzt ist allerdings die Zeit gekommen, meine eigene Geschichte als Headcoach zu schreiben.
Soccerdonna: Was ist denn Ihr Trainerstil? Was zeichnet Sie aus?
Rainer Hannig: Ich finde, dass der Frauenfußball sich in den letzten Jahren so in die Moderne entwickelt hat, dass es sich auch auf den Trainerbereich übertragen hat. Das fasziniert mich natürlich. Das ist das, was ich jetzt gerne umsetzen möchte.
Soccerdonna: Durch Ihre A-Lizenz haben Sie nun weit mehr Möglichkeiten, in anderen Ligen zu arbeiten. Haben Sie bereits irgendwelche Vereine im Auge, sei es in Deutschland oder im Ausland? Können Sie sich etwas vorstellen?
Rainer Hannig: Zu Beginn meiner A-Lizenz hat diese noch ausgereicht, um die Frauen-Bundesliga zu trainieren. Während meiner A-Lizenz hat der DFB dies neu reformiert, jetzt wird die UEFA-Pro-Lizenz benötigt. Ziel ist es natürlich, erstmal Fuß zu fassen, um die nächsten Schritte zu gehen und dann später die UEFA-Pro-Lizenz nachmachen zu können. Aufgrund der zuvor erwähnten Situation, erhoffe ich mir durch dieses Interview, sichtbar für einen Trainerjob im Frauenfußball zu werden, egal ob es in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist. Ich möchte meinen Traum als Trainer in den höheren Klassen verwirklichen. Ich bin somit nicht gebunden, hier in Deutschland zu bleiben.
Soccerdonna: Welche Anforderungen hat die UEFA-Pro-Lizenz?
Rainer Hannig: Die Vorgabe des DFB ist, mit der A-Lizenz Minimum drei Jahre mindestens in der 2. Frauen-Bundesliga oder in der Herren-Regionalliga zu trainieren, um sich dann wieder bewerben zu dürfen. Mein Ziel ist ganz klar, einen Verein zu finden, wo ich sage, das passt für mich und wo ich auch auf diesem Niveau arbeiten kann.
Soccerdonna: Gab es bereits Gespräche mit anderen Vereinen?
Rainer Hannig: Ich habe aktuell Gespräche mit einem ambitionierten Regionalligisten sowie einer Mannschaft aus der 2. Bundesliga. Es ist aber alles noch zu frisch, um Prognosen aufzustellen.
Soccerdonna: Warum wollen Sie weiterhin unbedingt Frauenmannschaften trainieren? Was fasziniert Sie an Frauenfußball?
Rainer Hannig: Ich fand das Arbeiten in Sand mit den Frauen sehr angenehm. Sie sind sehr wissbegierig, diszipliniert aber auch sehr fordernd, mehr als Männer. Das ist eigentlich der Hauptgrund, wo ich sage: Deswegen möchte ich gerne im Frauenbereich bleiben.
Soccerdonna: Was würden Sie sich wünschen, damit der Frauenfußball sichtbarer wird, als er jetzt ist?
Rainer Hannig: Was würde ich mir wünschen? Ja, dass die Vereine das bekommen, was sie verdienen. Sie haben die gleiche Intensität wie im Herrenbereich, sind aber total unterbezahlt. Da sollte man schauen, dass man das in naher Zukunft auch ein Stück weit angleichen kann. Das würde ich mir wünschen, weil ich finde, Frauen leisten genauso viel.
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29.10.2024 - 21:27 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: Nadine Dietzel
Wollen die beste U20 der 2. Bundesliga sein
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©Eintracht Frankfurt
Im Interview mit Soccerdonna spricht Mia Rodach (17), Spielerin der U20-Mannschaft von Eintracht Frankfurt über die Herausforderung, Schule und Leistungssport zu vereinen, den Sieg gegen den Aufstiegskandidaten Union Berlin und ihre Saisonziele. Sie gibt Einblicke in den Umgang mit mentalem Druck und berichtet zudem von ihrem Wechsel zur Eintracht.
Soccerdonna: Vielen Dank Mia, dass Du Dir die Zeit für uns nimmst. Herzlichen Glückwunsch zum Sieg über Union Berlin. Ihr habt einen großen Erfolg feiern können. Was war der spielentscheidende Faktor bei Euch?
Mia Rodach: Ich würde sagen, spielentscheidend war, wie wir unsere Spieleröffnung angegangen sind. Von hinten raus hat alles perfekt funktioniert und wir haben uns gut nach vorne durch kombiniert. Johanna Berg hat dann mit ihrem rechten „Zauberfuß“ das Tor zum 1:0 erzielt. Das Tor war nicht einfach, und wirklich Respekt auch an sie, dass sie den so getroffen hat. Anschließend haben wir noch das 2:0 gemacht, was sehr wichtig war, da Union Berlin zum Schluss noch einen Anschlusstreffer erzielte, aber auch unsere Defensive war an dem Tag ansonsten stabil und hat nicht so viel zugelassen.
Soccerdonna: Welche Ziele habt Ihr Euch als Mannschaft für diese Saison gesetzt?
Mia Rodach: Als Saisonziel haben wir uns als Team vorgenommen, dass wir wie in der Vorsaison am Ende wieder die beste U20-Mannschaft der 2. Bundesliga werden wollen und natürlich frühzeitig den Klassenerhalt zu schaffen. Ansonsten geht es uns auch darum, dass sich Jede individuell, aber auch wir als junge Mannschaft und zusammen weiterentwickeln.
Soccerdonna: Im Sommer 2023 bist Du von der TSG Hoffenheim zur Eintracht gewechselt. Was hat Dich damals zu diesem Schritt bewogen und wie kam der Wechsel zustande?
Mia Rodach: Ich kannte Fritzy (Friederike Kromp) und Sici (Julia Simic) schon von der U16- Nationalmannschaft. Das hat alles auf einmal perfekt gepasst. Zu dem Zeitpunkt war ich noch bei der TSG Hoffenheim in der U17, aber ich habe für mich bemerkt, dass ich persönlich ein bisschen stagniere und eine Veränderung brauchte. Sici und Fritzy kamen damals nach einem Lehrgang auf mich zu und fragten, ob ich mir nicht vorstellen könnte, zur Eintracht zu wechseln. Da habe ich zugestimmt, und so kam der Wechsel zustande. (Im Sommer 2023 wurden Friederike Kromp und Julia Simic Trainerinnen der U20 von Eintracht Frankfurt.)
Soccerdonna: Da Du noch zur Schule gehst, wie gelingt es Dir, die Anforderungen von Sport und Schule miteinander zu vereinbaren?
Mia Rodach: Allgemein würde ich sagen, es ist grundsätzlich recht schwer für Sportler und Sportlerinnen, das alles unter einen Hut zu kriegen, ohne dass eines von beiden leidet. Ich habe täglich Schule, dann geht es direkt danach zum Training und anschließend muss ich noch lernen. Freizeit ist da nur wenig vorhanden. Aber wenn ich sie habe, verbringe ich die Zeit gerne mit Familie und Freunden. Trotzdem schreibe ich gute Noten und kann konzentriert und gut trainieren. Es funktioniert, auch durch die Hilfe meiner Eltern, die mich jetzt jeden Tag mit dem Auto fahren und der Unterstützung im Verein, alles bestmöglich unter einen Hut zu bekommen.
Soccerdonna: Du bist noch relativ jung. Im Sport steht man häufig unter großem Druck, sowohl körperlich als auch mental. Wie gehst Du persönlich mit diesem Druck um, insbesondere auf mentaler Ebene?
Mia Rodach: Diese Saison habe ich jetzt noch nicht so oft von Anfang an gespielt. Ich versuche einfach, das Beste draus zu machen und mein Bestes zu geben, wenn ich reinkomme und dem Team zu helfen. wenn ich drin bin.
Soccerdonna: Du hast einige Spiele für die deutsche U16- und U17-Nationalmannschaft bestritten. Wie war das für Dich, für Deutschland aufzulaufen?
Mia Rodach: Man ist richtig stolz, vor allem, wenn man von Anfang an spielt und die Nationalhymne singt. Man merkt einfach, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Soccerdonna: Welche persönlichen Ziele hast Du Dir für diese Saison gesetzt, und worauf möchtest Du in deiner Entwicklung als Spielerin besonders hinarbeiten? Vielleicht auch mit Fokus auf die Nationalmannschaft?
Mia Rodach: Persönliche Ziele sind auf jeden Fall, im Training so weitermachen, mich verbessern und anbieten für Einsätze, um auch ein bisschen mehr Spielzeit zu bekommen. Nie aufgeben und immer weitermachen lautet das Motto. Bezüglich der Nationalmannschaft möchte ich natürlich beim Sichtungstraining dabei sein und wieder bei einem Kaderlehrgang eingeladen werden.
Soccerdonna: Gibt es eine Spielerin oder einen Spieler, die oder der Dich im Fußball besonders inspiriert?
Mia Rodach: Da würde ich eher sagen, dass wären mein Papa und mein Bruder. Durch die beiden habe ich mit Fußball spielen angefangen. Ich habe früher oft mit ihnen zu Hause trainiert und so hat sich das alles entwickelt. Aber wenn ich jetzt ein Vorbild im Profibereich nennen müsste, wäre das Joshua Kimmich, weil er ein Spieler ist, der nie aufgegeben hat. Frühere Trainer haben ihn kritisiert, aber das hat ihn nur angespornt und ihn auch zu einem besseren Spieler gemacht. Man darf nie aufgeben und muss immer an sich glauben.
Soccerdonna: Was würdest Du jungen Mädchen mit auf den Weg geben, die davon träumen, selbst einmal Fußballerin zu werden?
Mia Rodach: Ich würde ihnen sagen, dass alles aus einem Grund passiert. Wenn man in einem Tief ist, man vielleicht etwas weniger Spielpraxis bekommt, hat das einen Sinn – Gott hat einen Weg für einen vorgezeichnet. Man sollte niemals aufgeben. Wenn man eine Leidenschaft hat, soll man seinen Träumen folgen und einfach durchziehen, egal, in welcher Situation man sich gerade befindet. Und ganz wichtig ist auch, dass man den Spaß dabei nicht verliert.
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20.11.2024 - 22:16 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: Nadine Dietzel
Das Wichtigste ist, Freude an dem zu haben, was man tut
![[Bild: s_29535_6053_2012_2.jpg]](https://www.soccerdonna.de/static/bilder_sd/spielerfotos/s_29535_6053_2012_2.jpg)
©RB Leipzig
Im Interview mit Soccerdonna gibt Vanessa Fudalla, Leistungsträgerin bei RB Leipzig, spannende Einblicke in die Herausforderung, ihr Sportmanagement-Studium an der Universität Leipzig mit dem Profifußball zu vereinen. Außerdem teilt sie die Erinnerungen an ihre Zeit in der Junioren-Nationalmannschaft, ihre Ziele für die laufende Saison und wertvolle Ratschläge für junge Spielerinnen, die von einer Karriere im Fußball träumen.
Soccerdonna: Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst! Am Montagabend habt ihr gegen die SGS Essen leider nur einen Punkt geholt. Woran hat es gelegen, dass es am Ende nicht für mehr gereicht hat?*
Vanessa Fudalla: Leider konnten wir nicht die Durchschlagskraft entwickeln, die wir uns vorgenommen hatten. Die SGS Essen hat sich sehr gut auf uns eingestellt und das Spiel größtenteils dominiert, obwohl wir eigentlich den Ballbesitz kontrollieren wollten. Sie haben es gut gemacht, und wir hatten nicht unseren besten Tag. Trotzdem haben wir einen Punkt geholt und die Null gehalten.
Soccerdonna: Am Sonntag spielt Ihr gegen Bayer Leverkusen, einen starken Gegner. Welche Ziele habt ihr euch für das Spiel gesteckt?*
Vanessa Fudalla: Wir gehen in jedes Spiel mit dem Ziel, drei Punkte zu holen – das gilt auch für dieses Spiel. Wir wissen, dass Leverkusen einen sehr guten Saisonstart hingelegt hat und derzeit vor uns steht. Es wird sicherlich schwer, aber wir sind bereit, die Punkte zu holen und unsere Heimserie auszubauen.
Soccerdonna: Mit einer Serie von zehn ungeschlagenen Heimspielen – wie stärkt das Eure Motivation und Euer Selbstvertrauen für die kommenden Begegnungen?
Vanessa Fudalla: So eine Serie ist immer schön zu haben und motiviert uns natürlich, sie weiter auszubauen. Auch die Fans, die bei jedem Spiel dabei sind, geben uns einen zusätzlichen Schub. Es ist einfach großartig, nach dem Spiel gemeinsam mit ihnen feiern zu können.
Soccerdonna: Ihr steht momentan gut in der Tabelle. Welche Ziele habt ihr euch für den Rest der Saison gesetzt und was wollt ihr als Team erreichen?
Vanessa Fudalla: Unser Ziel war es vor allem, besser zu sein und mehr Punkte zu holen als in der letzten Saison. Da sind wir auch auf einem sehr guten Weg. Wir wollen einfach sehen, was alles möglich ist und uns stetig verbessern. Wir machen uns keinen Druck.
Soccerdonna: Das frühe Ausscheiden aus dem DFB-Pokal war sicherlich eine Enttäuschung. Wie hat das Team diesen Rückschlag verarbeitet?
Vanessa Fudalla: Wir konnten das recht schnell abhaken. Es war früh in der Saison und wir mussten uns erst einmal finden – auch mit dem neuen Trainer. Im nächsten Spiel gegen Bayern haben wir gleich eine gute Reaktion gezeigt, besonders in der ersten Halbzeit. Natürlich haben wir am Ende verloren, aber wir haben ein gutes Spiel gemacht. Das Thema ist für uns längst erledigt.
Soccerdonna: Mit Jonas Stephan habt Ihr seit dieser Saison einen neuen Trainer. Welche Veränderungen haben sich durch seine Arbeit im Team ergeben?
Vanessa Fudalla: Unser Ziel ist jetzt, viel mehr Ballbesitzfußball zu spielen. Letztes Jahr haben wir uns eher darauf konzentriert, das Spiel des Gegners zu stören und darauf zu reagieren. Jetzt wollen wir selbst mehr am Ball sein, kreative Lösungen finden und ein flaches Passspiel aufziehen. Damit wollen wir mehr und mehr mit den starken Teams mithalten. Ich denke, dass wir das bisher auch schon häufig gezeigt haben.
Soccerdonna: Du bist seit mehreren Jahren Top-Torschützin bei RB Leipzig – was ist das Geheimnis deines Erfolgs?
Vanessa Fudalla: Als ich damals nach Leipzig kam, war ich eigentlich nicht immer Stürmerin. Früher habe ich oft auf der Zehn gespielt. Dann hatte man gemerkt, dass es mit dem Tore schießen ganz gut funktioniert. Mein linker Fuß ist stark und ich habe gemerkt, dass ich einen guten Distanzschuss habe, den ich immer mal wieder einsetzen kann. Außerdem setzen mich meine Mitspielerinnen oft gut in Szene, sodass ich die Chancen nutzen kann. Ich hoffe, dass ich weiterhin bei Leipzig Tore schießen kann.
Soccerdonna: In dieser Saison hast Du bereits fünf Tore geschossen und teilst mit sechs anderen Spielerinnen den dritten Platz der besten Torschützinnen. Vergangene Saison bist Du sogar Vierte geworden mit zehn Toren. Was ist dein Ziel in dieser Saison?
Vanessa Fudalla: Letzte Saison habe ich mir kein konkretes Ziel gesetzt und das hat ganz gut funktioniert. Deshalb mache ich das auch dieses Mal so. Natürlich will ich mich im Vergleich zur vergangenen Spielzeit verbessern. Es wäre cool, wieder eine zweistellige Anzahl an Toren zu erreichen und vielleicht ein, zwei Tore mehr auf mein Konto zu bringen. Auch ein paar Assists wären schön. Insgesamt will ich einfach mit guten Leistungen dem Team helfen – die Tore kommen dann von allein. Aber ein festes Ziel habe ich nicht.
Soccerdonna: Gibt es eine Spielerin oder einen Spieler, die oder der Dich im Fußball besonders inspiriert?
Vanessa Fudalla: Mein Idol war schon immer Lionel Messi. Er passt auch perfekt zu meinem Spielstil – klein, Linksfuß und technisch stark. Irgendwie habe ich schon immer versucht, so viel wie möglich von ihm abzuschauen.
Soccerdonna: Wie bist Du zum Fußball gekommen und was hat dich dazu inspiriert, diesen Weg einzuschlagen?
Vanessa Fudalla: Tatsächlich war es so, dass meine Eltern auch Fußball gespielt haben – nicht professionell, aber sie haben immer gern gekickt. Sie haben mir dann einen kleinen Ball geschenkt und seitdem war ich nicht mehr davon loszukriegen. Ich wollte jeden Tag mit ihnen auf den Fußballplatz. Mein bester Freund war damals auch in einer Fußballmannschaft und natürlich wollte ich dann auch dabei sein. Seitdem ist Fußball ein fester Teil meines Lebens und ich könnte mir einen Tag ohne Fußball gar nicht mehr vorstellen.
Soccerdonna: Gab es jemanden, der dich auf deinem Weg zum Fußball besonders unterstützt hat?
Vanessa Fudalla: Ja, meine Eltern. Als ich damals zu Bayern München gewechselt bin, bin ich nicht dorthin gezogen. Stattdessen haben sie mich jedes Mal eineinhalb Stunden zum Training gefahren und dann wieder zurück. Ohne meine Eltern hätte ich keine Chance gehabt, heute hier zu stehen.
Soccerdonna: Was war bisher der größte Erfolg in deiner Fußballkarriere?
Vanessa Fudalla: Die Erlebnisse mit der Nationalmannschaft, wie die Europameisterschaft der U17 und die Weltmeisterschaft in Uruguay, waren ganz besonders. Außerdem bin ich mit dem FC Bayern München und mit Leipzig Zweitliga-Meister geworden und bin mit Leipzig dazu noch aufgestiegen. Das sind einige meiner größten Erfolge, ebenso wie das Erreichen des Pokal-Halbfinales mit RB Leipzig als Zweitligist.
Soccerdonna: Wie hast Du es erlebt, in so jungen Jahren für die Juniorinnen-Nationalmannschaft zu spielen? Welche Eindrücke und Erfahrungen haben dich dabei am meisten geprägt?
Vanessa Fudalla: Das sind auf jeden Fall unglaublich schöne Erfahrungen. Besonders, wenn man das erste Mal die Nationalhymne singt – das sind wirklich besondere Momente. Es ist auch toll, mit Spielerinnen aus verschiedenen Vereinen, den besten aus den jeweiligen Ligen, gemeinsam auf dem Platz zu stehen. Man sieht viele Länder, spielt gegen internationale Teams und erlebt ein ganz anderes Niveau, bei dem man viel dazulernt. Die Nationalmannschaft ist definitiv immer etwas Besonderes.
Soccerdonna: Auf welcher Position fühlst du dich am wohlsten? Hilft es dir grundsätzlich in deinem Spiel, physisch starke Spielerinnen an deiner Seite zu haben?
Vanessa Fudalla: Ich sehe mich am liebsten auf der Zehn. Wenn ich jemanden neben mir habe, der die Bälle festmachen und prallen lassen kann, ist das auf jeden Fall ein Vorteil. Ich habe sowohl mit Spielerinnen gespielt, die eine ähnliche Struktur wie ich haben, als auch mit physisch stärkeren Spielerinnen. Ich denke, ich komme mit beiden Spielertypen gut klar.
Soccerdonna: Arbeitest oder studierst du neben dem Fußball? Wie gelingt es dir, das mit deinem Training und den Spielen zu verbinden?
Vanessa Fudalla: Ich studiere derzeit Sportmanagement. Es ist manchmal ein bisschen schwierig, weil ich hier an der Universität Leipzig studiere und sich das Studium gelegentlich mit dem Training überschneidet, wenn Vorlesungen und Training gleichzeitig stattfinden. Ich versuche, so oft wie möglich zu den Vorlesungen zu gehen und lerne für die Prüfungen dann in den freien Zeiten, wenn gerade kein Training ist. Irgendwie bekomme ich das dann schon hin.
Soccerdonna: Wie oft habt Ihr Training?
Vanessa Fudalla: Wir haben eigentlich jeden Tag Training, außer an einem freien Tag pro Woche. Manchmal trainieren wir sogar zweimal am Tag, je nach Plan.
Soccerdonna: Welchen Rat würdest Du jungen Mädchen geben, die davon träumen, eines Tages selbst Fußballerin zu werden?
Vanessa Fudalla: Haltet an euren Zielen fest und gebt nicht auf. Auch ich habe viele Rückschläge erlebt, aber es ist wichtig, sich davon nicht bremsen zu lassen. Glaubt an euch, macht immer weiter und verliert nie den Spaß am Spiel. Das Wichtigste ist, Freude an dem zu haben, was man tut und jedes Training zu genießen. Der Rest kommt dann von allein.
*Interview wurde vor Bayer Leverkusen Spiel aufgezeichnet
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Ich glaub ich bin eine Signatur 
Denken ist die schwerste Aufgabe ...deshalb befassen sich so wenige damit!

